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| 02:43 Uhr

Experten machen Keim im Wasser den Garaus

Die heimische Rohrperle wird weiter desinfiziert. Die Keimbelastung im Senftenberger Trinkwasser nimmt schnell ab.
Die heimische Rohrperle wird weiter desinfiziert. Die Keimbelastung im Senftenberger Trinkwasser nimmt schnell ab. FOTO: Weihrauch/dpa
Senftenberg. Ein allgemein weit verbreiteter Nasskeim hat sich im Senftenberger Trinkwassernetz breit gemacht. Spezialisten desinfizieren im Auftrag des Wasserverbandes Lausitz (WAL) die Leitungen. Kathleen Weser

Und das erfolgreich. Das belegen die Proben des Gesundheitsamtes Oberspreewald-Lausitz.

Die Experten für die Hygiene und Gesundheit rücken am heutigen Freitag wieder zur Kontrolle an. Das bestätigt Verbandsvorsteher Dr. Roland Socher. Die vorliegenden Laboranalysen aus der vergangenen Woche belegen: Die Hälfte aller Senftenberger Probestellen ist bereits wieder völlig keimfrei. Das entnommene Trinkwasser der anderen Hälfte hat noch geringste Konzentrationen an Umweltkeimen, die in der Natur generell verbreitet sind und sich aus noch ungeklärter Ursache im Senftenberger Netz stark vermehrt haben.

Das tadellose Trinkwasser aus dem Wasserwerk Tettau wird für das Stadtgebiet in zwei jeweils 5000 Kubikmeter Wasser fassenden Druckbehältern an der Klettwitzer Straße bereitgehalten. Nachdem Mitte Juli die Belastung mit Nasskeimen festgestellt wurde, wird an der Pumpstation dosiert Chlordioxid in das Wasser eingeblasen. Dieses vor Ort aus Natriumchlorit und Salzsäure, einem explosiven Gemisch, hergestellte Desinfektionsmittel oxidiert intensiver und bildet wenig unerwünschte Nebenprodukte, die dem Kunden unangenehm in die Nase steigen könnten. Das Verfahren ist teurer als andere, sagt Roland Socher. Dafür aber ist es kaum wahrnehmbar. Der Wasserverbandschef zeigt sich optimistisch, dass der Keim sehr bald wieder aus dem Netz verschwindet. Anfang der Woche werden die Ergebnisse der heutigen Probenentnahmen erwartet.

Das Trinkwasser öffentlicher Einrichtungen wie Kindergärten und Kliniken wird von Amts wegen regelmäßig untersucht. Auch der Wasserverband arbeitet mit einem festen Probeentnahmeplan. Dabei war die überraschend erhöhte, für gesunde Menschen aber ungefährliche Keimbelastung aufgefallen.