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| 15:10 Uhr

Senftenberger See
Experte: Eisenfahne im Senftenberger See ist normal

Den Senftenberger Stadthafen erreicht die Eisenfahne aufgrund der Kanal-Spülung in der Regel nicht mehr.
Den Senftenberger Stadthafen erreicht die Eisenfahne aufgrund der Kanal-Spülung in der Regel nicht mehr. FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Die Auswirkungen auf die Wasserqualität sollen nur marginal sein. Von Torsten Richter-Zippack

Alljährlich im Frühjahr legt sich ein Schleier über den nordöstlichen Teil des Senftenberger Sees. Dieses Phänomen, das auf Satellitenaufnahmen deutlich sichtbar ist, erstreckt sich etwa von Koschen bis Buchwalde. Alles im grünen Bereich, sagen die Experten des Landesamtes für Umwelt (LfU). Verantwortlich sei der Koschener Kanal, die Verbindung zwischen Senftenberger und Geierswalder See. Während der Schließzeit über den Winter habe sich dort gelöstes Eisen verstärkt konzentriert, bedingt durch den Grundwasserzufluss. „Im Zuge der Vorbereitung zu Saisonbeginn wird durch die Spülung des Kanals mit Eisenoxid belastetes Wasser in den Senftenberger See verfrachtet“, erklärt LfU-Sprecher Thomas Frey. Dadurch erkläre sich die sichtbare Fahne im Gewässer. Gespült werde, um die Wasserqualität im Überleiter zu verbessern. Thomas Frey zitiert aus einem Gutachten aus dem Jahr 2016, dass der Einfluss des Schleusungsbetriebes auf die Wasserbeschaffenheit des Sees nur marginal sei. „Auswirkungen auf die Befahrbarkeit des Gewässers sind nicht zu erwarten.“

Mehrere Bürger vermuten indes, dass der helle Schleier auf dem nordöstlichen See durch das schnelle Anstauen des Sees zustande gekommen sein könnte. „Dadurch müssen erhebliche Sedimentmassen aus der Schwarzen Elster in das Gewässer gelangt sein“, sagt ein Senftenberger, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Laut der Umweltbehörde lag der Seewasserstand Mitte April bei 98,99 Metern, zu Jahresbeginn waren es 98,83 Meter. Thomas Frey spricht von einem „moderaten und üblichen Einstauen“. Der jetzige hohe Wasserstand sinke im Laufe des Jahres ab, beispielsweise um in Trockenzeiten einen Mindestwasserabfluss in die Schwarze Elster zu gewährleisten.

Darüber hinaus befürchten einige Bürger aufgrund des hohen Seewasserstandes nasse Keller in Niemtsch, das quasi zwischen See, Elster und Auslauf auf einer Insel liegt. Das Seewasser drücke zeitlich verzögert in die Häuser. Mit Stand gestriger Montag habe sich bei Ortsvorsteher Sven Muntel bislang kein Einwohner mit Wasserproblemen gemeldet.