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Exotin des Großräschener Vogelliebhaberclubs züchtet Papageien

Küssen erlaubt: Annette Filehr (48) liebt ihren Papagei.
Küssen erlaubt: Annette Filehr (48) liebt ihren Papagei. FOTO: sam1
Großräschen. Rund 300 Vögel mit exotischer und heimischer Herkunft sind am vergangenen Wochenende in den Räumen des Lehrbauhofes in der Seestadt Großräschen bewundert worden. Angefangen von Aras bis hin zu Finken waren viele bekannte Arten bei der Vogelschau vertreten. Mirko Sattler/sam1

So konnten die Besucher den Blaugenick-Sperling-Papagei, den Gelbbrust-Ara, die Gouldamadine oder verschiedenste Sittiche bestaunen. "Viele Wildpopulationen sind vom Aussterben bedroht. Wir Züchter leisten einen Beitrag dafür, dass diese Arten der Nachwelt erhalten bleiben. Dafür gibt es verschiedenste Programme, die bis hin zur wieder Auswilderung gehen", erklärt der Vereinsvorsitzende des Vogelliebhaberclubs, Ulrich Reginka. Ist das Halten und Züchten von kleineren Arten wie Finken und Co. eher unkompliziert, bedarf es bei den größeren Arten schon etwas mehr. "Jeder Zuchtfreund hat sein Spezialgebiet und leistet einen Beitrag zur Erhaltung der Vielfalt durch das Züchten von Mutationsarten. Doch so ohne Weiteres ist ein Halten und Züchten nicht möglich. Bei einigen Arten benötigt man zum Beispiel eine Baugenehmigung oder einen Nachweis, dass die Lärmschutzimmissionen eingehalten werden", sagt Ulrich Reginka.

Eine, die im Plattenbau mit der Vogelzucht angefangen hat, ist Annette Filehr. "Vor 15 Jahren fand ich die Liebe zu den gefiederten Tieren. Mit acht Paaren von Kanaren fing ich an", sagt die 48-Jährige, die als einzige Frau im Großräschener Vogelliebhaberclub selbst eine Exotin ist. Wo bei anderen Leuten das Kinderzimmer ist, befand sich bei der Großräschenerin die Zimmervoliere. "Meine Nachbarn haben das gar nicht mitbekommen. Am Anfang war es nicht einfach und man musste erst Erfahrungen sammeln. Aber glücklicherweise gibt es ja Experten, die in solchen Clubs sind, wo ich jetzt bin", sagte sie und schaut in Richtung ihres Vereinschefs. Von der Nachzucht hebt Annette Filehr sich ein Pärchen auf, kauft ein neues dazu und beginnt eine erneute Zucht.

Mit den Jahren wurden nicht nur die Erfahrungen größer, sondern auch die Vögel. Nach Kanarien, Wellensittichen, Großsittichen züchtet sie nun auch Papageien. "Diese Vögel haben mich schon immer interessiert. Sie sind aber schwer zu halten, lauter und ganz anders als meine vorhergehenden Vögel." Um mit der eigentlichen Papageienzucht zu beginnen, muss die Großräschenerin noch mindestens zwei Jahre warten. Ihr Pärchen ist noch zu jung. "Und selbst wenn die Vögel ihr Geschlechtsalter haben, ist noch lange nicht gesagt, dass es klappt mit dem Nachwuchs. Wie bei den Menschen müssen sie sich erst finden und fangen erst dann an zu brüten, wenn sie sich wohlfühlen", sagt sie.

Zwei Tage lang konnten sich die Besucher verschiedenste Vogelarten anschauen. "Wenn man alle Abzüge wie Miete etc. abrechnet, bleibt nicht mehr viel für uns übrig. Deshalb suchen wir auch Sponsoren, die uns bei der Neuanschaffung von Vitrinen und Volieren unterstützen. Ansonsten war es eine tolle Ausstellung mit integrierter Orchideenschau", zieht Ulrich Reginka ein gutes Fazit.