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| 01:04 Uhr

EuGh-Urteil könnte Klinikum in die Bredouille bringen

OSL-Kreis.. Der ärztliche Bereitschaftsdienst muss auch in Deutschland als Arbeitszeit angerechnet werden. Dieses gestern gefällte Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) bereitet der Geschäftsführung im Klinikum Niederlausitz Kopfzerbrechen.

„Das könnte uns richtig Probleme bringen“ , räumt Dipl.-Med. Hendrik Karpinski ein, Chefarzt und Geschäftsführer des Klinikums.
„Wir werden unseren Personalbedarf und die entstehenden Kosten errechnen“ , kündigt der Geschäftsführer an. Eine halbe bis eine dreiviertel Million Euro zusätzlicher Ausgaben dürften in etwa entstehen. Neue Ärzte müssten eingestellt werden, schätzt Karpinski, der auf den Ärztemangel in der Region hinweist. Er fragt sich, woher Geld und Personal kommen sollen und nennt ein Beispiel: zwölfstündige Bereitschaftsdienste am Wochenende müssten in Arbeitsschichten gestückelt, entsprechend mehr Ärzte eingesetzt werden. Dabei findet es der Geschäftsführer eigentlich begrüßenswert, dass die enorme Arbeitszeitbelastung der Ärzte publik wird. Doch eine Umwandlung von Bereitschaftsdienst in Arbeitszeit von heute auf morgen sei „praxisfern“ . Im Klinikum Niederlausitz sei es gelungen, Dienste dadurch zu reduzieren, dass externe Ärzte Aufgaben des Klinikums übernehmen. (dpr)