ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:33 Uhr

Exotenschau
Es zwitschert meisterlich in Tettau

Lauchhammer.Andreas Felberg, Vereinsvorsitzender der Vereinigung der Kanarien- und Exotenzüchter Lauchhammer 1933. .zeigt die einheitlichen Meisterschaftskäfige für die Bewertung bei der Landesschau.
Lauchhammer.Andreas Felberg, Vereinsvorsitzender der Vereinigung der Kanarien- und Exotenzüchter Lauchhammer 1933. .zeigt die einheitlichen Meisterschaftskäfige für die Bewertung bei der Landesschau. FOTO: Steffen Rasche
Lauchhammer. 10. Landesmeisterschaft für Berlin und Brandenburg und der Züchter-Verein feiert 85-jähriges Bestehen. Von Christiane Klein

Von Christiane Klein

Nur 16 Mann gehören derzeit zur Vereinigung der Kanarien- und Exotenzüchter Lauchhammer 1933. Doch das hält sie nicht von großen Flügelschlägen ab. Am Wochenende richtet der Verein in Tettau die 10. Landesmeisterschaft für Berlin und Brandenburg aus. Zugleich feiern die Züchter ihr 85-jähriges Vereinsbestehen.

Es geht um viel für die Lauchhammeraner Kanarien- und Exotenzüchter. „Wir haben einiges zu verteidigen“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Felberg. Vier Landesmeistertitel und diverse Platzierungen haben die Lausitzer Züchter bereits geholt. Einige Mitglieder sind mit ihren Tieren sogar Deutsche Meister geworden. Da wollen die Zuchtfreunde aus Lauchhammer mit ihren Zebrafinken und Kanarienvögeln, Wellen-, Nymphen- und Halsbandsittichen natürlich auch in Tettau ganz vorn dabei sein.

Die Zuchtrichter bewerten Größe und Farbe, Gestalt, Haltung und Kondition. Damit die Vögel beim Wettbewerb eine möglichst gute Figur machen, üben die Züchter schon mit den Jungtieren. „Die Vögel müssen für den Wettbewerb zwei Tage in recht kleinen Käfigen sitzen, damit die Zuchtrichter jedes Detail wie Krallen, Schnabel und Federzeichnung genau sehen können. So etwas muss man mit den Tieren von klein auf üben“, erklärt Andreas Felberg. Deshalb würden die Vögel außerhalb der Wettbewerbe ab und zu mal in die kleinen Käfige gesetzt oder auch mal sonntags eine Runde im Auto spazieren gefahren, damit sie sich daran gewöhnen. „Vögel, die das nicht wollen, kann ich nicht zur Ausstellung zwingen. Nach dem Wettbewerb kommen die Tiere zu Hause sofort wieder in ihre großen Volieren“, betont der Vereinsvorsitzende. Vor den Meisterschaften bekommen Sittiche und Co. außerdem besondere Leckereien in den Futternapf, damit das Gefieder schön glänzt. „Generell passen wir das Futterangebot an die Jahreszeiten an. Im Winter ist es nicht ganz so üppig, während Brut und Aufzucht darf es dagegen etwas reichhaltiger sein. Vor den Wettbewerben schauen wir außerdem, dass die Vögel kein färbendes Gemüse wie Möhren oder Paprika bekommen, das die Schnäbel verfärben könnte. Dafür gibt es dann anderes Gemüse“, erklärt der erfahrene Züchter. Seit 1989 ist Andreas Felberg Chef des Vereins. Gegründet wurde die Vereinigung am 4. Januar 1933 in Dolsthaida, dem heutigen Lauchhammer-Süd, unter der Leitung von Willy Schmaler. Es folgten Walter Kern, Oswald Schoberansky, Karl-Heinz Wurth, Ernst Krengel, Reinhard Obst und Friedrich Krengel. Vor allem in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war es nicht leicht, den Verein am Leben zu erhalten: „Vögel waren kaum noch vorhanden, Futter war nicht ausreichend zu bekommen, Geld war auch knapp, jede Familie musste rechnen, ob das Geld für neue Tiere ausgegeben werden kann“, schildert Andreas Felberg. Der Verein hatte seine Blütezeit zwischen 1970 und 1985. Die damals 50 Zuchtfreunde organisierten Ausstellungen in der Umgebung, holten Titel bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften und unternahmen gemeinsame Ausflüge und Feiern. Als nach der Wende die Mitgliederzahl schrumpfte, blieb der Verein dennoch rege. Mehr als fünf Landesschauen wurden ausgerichtet. „Als Höhepunkt lässt sich die Bundesmeisterschaft 1994 bezeichnen, die in Lauchhammer stattfand und vom Verein organisiert wurde. 2015 richtete der Verein die zweite Bundesmeisterschaft aus. Das ist einzigartig“, sagt Andreas Felberg.

Neben den Wettbewerben und den Fachsimpeleien untereinander gehen die Vereinsmitglieder bis heute gern gemeinsam auf Tour. Da werden zum Beispiel die Zoos in der Umgebung besucht, um Einblicke in Haltung, Zucht und Fütterung der gefiederten Exoten zu bekommen. Beim Angeln, Bowling und bei Wanderungen wird es außerdem sportlich. „Es besteht die Hoffnung, dass der Verein noch lange weiter Bestand haben wird, und vielleicht steigt auch die Mitgliederzahl wieder, wenn junge Menschen ihre Liebe zu diesem Hobby entdecken“, wünscht sich der Vereinschef.