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Erzieher fordern mehr Lohn

Die Erzieher von Kindertageseinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt aus Senftenberg und Großräschen haben am Donnerstag gestreikt.
Die Erzieher von Kindertageseinrichtungen der Arbeiterwohlfahrt aus Senftenberg und Großräschen haben am Donnerstag gestreikt. FOTO: Jan Augustin
Senftenberg/Großräschen. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Mit dieser Forderung sind gestern die Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt in Senftenberg, Großräschen, Altdöbern und Lübbenau bestreikt worden. Die Erzieher fordern einen Lohn, der sich an den Tarifen ihrer Kollegen in den städtischen Einrichtungen orientiert. Jan Augustin

Zum Streik aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi.

Nach fünf Verhandlungsrunden mit dem Arbeitgeber sei man noch zu keinem Ergebnis gekommen, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke. Er verlangt für alle etwa 1300 Beschäftigten der Arbeiterwohlfahrt Südbrandenburg ein Entgeltniveau von 91 Prozent des jetzt aktuellen Tarifes im öffentlichen Dienst. Momentan verdiene eine Awo-Mitarbeiterin, die seit 17 Jahren im Unternehmen angestellt ist, nur 71 Prozent dessen, was eine vergleichbare Erzieherin in einer städtischen Kita bekomme. Das führe zu einem Gehaltsunterschied von rund 1000 Euro, so Franke. Dabei sei eine Lohnerhöhung seitens des Arbeitgebers "überhaupt kein Problem", da er die Personalkosten laut Kitagesetz von Land und Kommune zu 100 Prozent refinanziert bekomme, sagte Franke vor etwa 20 Erzieherinnen aus Senftenberg.

"Gleiches Geld für gleiche Arbeit", fordert auch Heike Barbanietz. Die Erzieherin arbeitet seit fast 20 Jahren in der Kita "Hörlitzer Straße". Ihre Kollegin Juliette Schade ist schon seit 25 Jahren dabei. Auch sie wünscht sich mehr Wertschätzung für ihre Arbeit und eine Angleichung beim Gehalt. Im Gegensatz zur Kita "Spatzennest" in Großräschen, die gestern ganztags bestreikt wurde, waren ihre Einrichtung und das "Horthaus" erst ab 12 Uhr geschlossen.