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| 12:07 Uhr

Erzählsalon startet in der Lausitz

Großräschen. In anderthalb Jahren soll im Berliner Rohnstock-Verlag ein Biografien-Buch erscheinen, das Lausitzer Geschichte anhand von Porträts darstellt. Die Informationen liefern Menschen vor Ort, die in Erzählsalons an fünf Standorten aus ihrem Leben berichten. Christian Taubert

Im IBA-Studierhaus in Großräschen fällt am Freitag der Startschuss für das Projekt "Die Lausitz an einen Tisch". In den nächsten 15 Monaten soll in sogenannten "Erzählsalons", die nur den Akteuren vorbehalten sind, das Potenzial von Bürgern vor Ort zusammengetragen werden - ihre Erfahrungen, ihre Erinnerungen, ihre Geschichten, um letztlich gemeinsam kreative Perspektiven für eine lebenswerte Lausitz zu entwerfen. Der Chef des Großräschener IBA-Studierhauses Prof. Rolf Kuhn sieht in dem vom Bund geförderten Projekt die Möglichkeit, über ganz unterschiedliche Biografien Geschichte der Region wieder zuspiegeln.

Kuhn stimmt mit der Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer Iris Gleicke (SPD) überein, dass das Vorhaben die Gemeinschaftsbildung in der Region unterstützt und Initiativen für die Zukunft fördern oder neu anstoßen kann.

Die Methode der "Erzählsalons" wurde vor 13 Jahren von Katrin Rohnstock und ihren Mitarbeitern des Berliner Rohnstock-Biografien Verlages entwickelt und ist seither erfolgreich praktiziert worden. Die Erfahrungen, die das Team von Rohnstock-Biografien dabei sammeln konnte, bringt es nun in Kooperation mit dem IBA-Studierhaus Lausitzer Seenland e.V. in die Lausitz. Erzählt wird an den Standorten Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Geierswalde, Plessa und Sedlitz. Im IBA-Studierhaus wird am Freitag das Konzept vorgestellt.

Dabei sollen die hier lebenden Menschen von ihren Erfahrungen berichten. Davon, was sie erlebt haben, wie sich ihre Region entwickelt und verändert hat. Dabei wird es monatlich die Treffen im "Studiersalon" geben, wobei mit zehn Erzählern pro Standort geplant wird.

Wer daran Interesse hat, kann sich noch bewerben. In einem zweiten Schritt geht es darum, wie sie sich die Menschen ihre Zukunft vorstellen. Ein soziales Experiment, das über das Erzählen herausfinden will, was diese Region an der Grenze von Brandenburg und Sachsen zu bieten hat und wie sich ihr Potenzial nutzen lässt. Während des Auftakts im IBA-Studierhaus (15 Uhr), bei dem das Konzept des Projekts "Die Lausitz an einen Tisch" öffentlich vorgestellt wird, soll es auch erste Kostproben von Erzählsalon-Teilnehmern geben.

Von den Projektinitiatoren werden die Ostbeauftragte Iris Gleicke, lokale Akteure und Gäste erfahren, welche Impulse sie sich für die Lausitz versprechen. Einer Betrachtung des Projekts aus regionalwissenschaftlicher Perspektive folgt ein erster Erzählsalon mit Repräsentanten der einzelnen Projektstandorte.

Aus den Geschichten von anderthalb Jahren "Erzählsalon" wird Rohnstock-Biografien Ende nächsten Jahres ein Buch herausgeben.

Zum Thema:
Wer seine Geschichte zur Frage "Wie ich nach Plessa/Lauchhammer/Marga etc. kam" erzählen möchte, meldet sich bitte bei der Projektkoordinatorin Marion Piek; Tel.: 035753-370 21