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| 13:15 Uhr

Großräschen
Erste Umzugskartons sind gepackt

Überraschend: In den Räumen des Obergeschosses kam unter drei Lagen Bodenbelägen das ursprüngliche Parkett zum Vorschein, welches wiederbelebt werden konnte.
Überraschend: In den Räumen des Obergeschosses kam unter drei Lagen Bodenbelägen das ursprüngliche Parkett zum Vorschein, welches wiederbelebt werden konnte. FOTO: Uwe Hegewald
Großräschen. Haus der Caritas in Großräschen soll in mehreren Etappen vollendet werden. Von Uwe Hegewald

Den 50 Mitarbeitern der Caritas-Sozialstation Sankt Martin Großräschen stehen intensive Wochen bevor. Mit allem Hab und Gut zieht die Einrichtung von der Karl-Liebknecht-Straße in das Haus der Caritas – und das bei laufendem Tagesgeschäft. „Unsere Patienten und Mitarbeiterinnen werden im neuen Gebäude Bedingungen finden, die ihnen zustehen“, blickt Bernhard Mones, Geschäftsführer des Caritasverbandes der Diözese Görlitz, voraus. Am Freitag zählte er zum Personenkreis des Baustellenrundganges durch das Objekt, das in Großräschen zwischenzeitlich Kultstatus besessen hat. Gut möglich, dass die ehemalige Gaststätte Lausitz diesen zurückgewinnt – nur mit einer völlig neuen Ausrichtung. 1,8 Millionen fließen in die Umbausanierung des Gebäudes zwischen der Barziger-, Rembrandt- und Feldstraße. „Wer Umbaumaßnahmen kennt, weiß, dass Überraschungen nicht ausbleiben. Hier war das nicht anders“, resümiert Walter Schiementz vom gleichnamigen Bauplanungs- und Ingenieurbüro in Meuro. Zu den positiven Überraschungen zählt zweifellos der wiederentdeckte Parkett-Fußboden in den Räumen des Obergeschosses. „Unter drei Lagen Bodenbelag haben wir diesen gefunden und gleichzeitig eine renommierte Firma, die den alten Parkettfußboden wieder flott gemacht hat“, teilt Walter Schiementz den Baustellen-Rundgängern mit. Seine Vermutung, dass bereits der Vater des in Ruhland ansässigen Parkettverlege-Betriebes diesen Fußboden Ende der 1950er-Jahre verlegt hat, bestätigt Andreas Schirmacher. Es ist nicht das einzige Mal, dass der Bauplaner ins Schwärmen gerät: Großzügige Fahrradstation, Pkw-Parkplatz mit Ladestation für E-Mobile, die von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach gespeist wird sowie eine effektive Deckenstrahlheizung, die auch zur Kühlung genutzt werden kann, zählt Walter Schiementz auf. Auf der Südseite wird ein kleiner Gartenbereich mit einladender Terrasse errichtet. Während im Obergeschoss schon bald die Reinigungsfirma anrücken kann, bedarf es im Erdgeschoss noch etwas Vorstellungsvermögen. „Hier befindet sich das Herzstück der zukünftigen Tagespflege“, hilft Doreen Schulz beim Entwickeln des Vorstellungsvermögens nach. Als Gastraum bildete die gute Stube der Lausitz schon damals das Herzstück. Doreen Schulz, die die Tagespflege leiten wird, und Karin Lachmann, Leiterin der Caritas Sozialstation, zeigen sich beeindruckt, wie sie in die Bauplanungen eingebunden wurden. „Wir wurden immer hinzugezogen, nach Wünschen gefragt und auf Möglichkeiten hingewiesen. So etwa auf Steckdosen in Fensternähe, um dort Lampen oder zur Adventszeit Schwibbögen aufstellen zu können“, loben sie. 16 Plätze soll die Tagespflege umfassen, die auch sonnabends geöffnet werden soll. „Damit kommen wir Wünschen von pflegenden Angehörigen entgegen, die werktags arbeiten müssen und den Sonnabend ein paar Stunden für sich oder für wichtige Erledigungen nutzen wollen“, begründet Doreen Schulz. An einem Tag der offenen Tür, dessen Datum noch bekanntgegeben wird, will die Caritas Sozialstation und Tagespflege alle Interessierte ins neue Objekt bitten und über den Umfang der Dienstleistungsangebote informieren. Den Tag der offiziellen Eröffnung kündigt Bernhard Mones für Montag, 15. Oktober, an. „Dann dürfen wir auch Bischof Wolfgang Ipolt begrüßen, der die Einsegnung des Gebäudes vornehmen wird und somit den weltlichen und religiösen Startschuss vollzieht“, sagt Mones.