Stornierungswünsche und Anfragen nach Umbuchungen sind seit dem Blutbad vom Freitag in Tunesien eher die Ausnahme. Der Anschlag hat zu keiner Panik in den Reisebüros geführt. Das bestätigen alle Reiseexperten von Lauchhammer bis Senftenberg. Im Reisebüro im Senftenberger Schlossparkcenter hat der erste Umbucher schon am Sonnabendmorgen in der Tür gestanden. Ein Kunde, der im Internet gebucht hatte, hat sich nach den schrecklichen Ereignissen und Bildern im Fernsehen kurzfristig für Mallorca entschieden.

"Die Reiseveranstalter haben ganz schnell reagiert", erklärt Reiseverkehrsfachfrau Anne Lorenz. Noch am Freitag hatte sie E-Mail-Post der verschiedenen Anbieter auf dem Tisch. Nach gestaffelten Abreisedaten können die Reisenden jetzt gebührenfrei stornieren oder umbuchen. Bei TUI zum Beispiel mit Abreise bis zum 15. September.

"Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der Kunden werden wir erst verzögert feststellen", erklärt Heike Hoyer von der Reise-Agentur Meisner aus Lauchhammer-Mitte dazu. Tunesien sei schon in den vergangenen drei Jahren nur noch sehr verhalten gebucht worden. Trendziele hingegen sind für den Sommer 2015 Bulgarien, die Türkei, Mallorca und die Kanaren. "Tunesien gehört trotzt der weißen Traumstrände schon lange nicht mehr zu den Favoriten", sagt auch Volkmar Richter von Reise-Richter Ruhland.

Größer sind daher vergleichsweise die Sorgen und die Hektik bei Griechenland-Urlaubern. Heike Hoyer aus Lauchhammer musste am Telefon schon völlig aufgelöste Kunden beruhigen. Sie fragen nach, wie viel Bargeld sie mitnehmen sollen und ob sie auch mit der EC-Karte bezahlen können. "Ausreichend Bares mitnehmen und es sicher im Zimmersafe verstauen", rät Jens Lorenz vom Reisebüro Albatros in der Senftenberger Bahnhofstraße. Griechenland wurde für den Sommer von den Lausitzern gut gebucht. Auch am gestrigen Montag hat es Neubuchungen für Korfu, Rhodos und Kos gegeben.