(cw) Heimatfreunde aus Ruhland wollen eine im vergangenen Jahr wegen Baufälligkeit abgerissene Brücke über das Ruhlander Schwarzwasser wieder neu errichten lassen. Dieses ehrgeizige Ziel hat sich der Verein für Heimatpflege 1889 Ruhland/Oberlausitz auf die Fahnen geschrieben – und auch schon Sponsoren und Unterstützer gewinnen können. Jedoch wird im Rathaus vor zu großem Überschwang und vor möglichen kostenintensiven Konsequenzen gewarnt.

Es ist zwar nur eine sehr kleine Brücke über ein kleines Fließgewässer. Aber die historische Bedeutung und der Wert der Verbindung von Ufer zu Ufer sei für Spaziergänger, Radfahrer und Erkundungen zur Natur- und Heimatgeschichte enorm, sagt Reinhard Pfennig, der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege. Im Jahr 1908 war die Brücke einst aus Birkenholz erbaut worden – zusammen mit dem Promenadenweg entlang des Ruhlander Schwarzwassers, der den Namen Prinzess-Luisen-Weg bekam. Anfang der 1970er-Jahre wurde das Bauwerk durch eine Eisenbrücke ersetzt, die wiederum vor einigen Jahren aus Sicherheitsgründen zunächst gesperrt und im Frühjahr 2017 komplett abgerissen wurde.

Nun wollen die Heimatfreunde das Bauwerk im Bereich des stadtnahen Erholungswaldes neu errichten lassen. „Für Radfahrer, die über die tangierenden Radwanderwege in die Stadt kommen, ist der Weg bedeutsam, ebenso für erholungssuchende Spaziergänger. Gleichzeitig könnten auch die zukünftigen Bewohner des Seniorenpflegeheimes die Brücke nutzen“, erläutert Reinhard Pfennig. Geplant sei der Bau einer holzbeplankten schmuckvollen Stahlbrücke mit Holzgeländer. Die Kosten in Höhe von mehreren Tausend Euro will der Verein über Firmen- und Privatspenden sowie mit Hilfe der jährlichen Vereinsförderung der Stadt Ruhland stemmen. Zwar ist die kommunale Vereinsförderung in Höhe von 500 Euro den Heimatfreunden unlängst auch zuerkannt worden. Doch das Projekt spülte von Seiten der Verwaltung einige Bedenken hoch. Der amtierende Amtsdirektor Christian Konzack warnte ausdrücklich vor möglichen Folgekosten: „Wer übernimmt die Kosten für regelmäßige Brückenprüfungen, für die Verkehrssicherungspflicht und für die Kosten der behördlichen Genehmigungen? Das sollte vorher noch klar sein.“ All diese Fragen sollen demnächst im Zusammenhang mit der noch ausstehenden Baugenehmigung für die Brücke im Bauausschuss der Stadt erörtert werden. Die Ruhlander Heimatfreunde wollen sich jedenfalls von allzu großer Schwarzmalerei nicht den Mut nehmen lassen, das Projekt in Angriff zu nehmen.