Von Catrin Würz

Das Lausitzer Seenland ist bei Urlaubern im vergangenen Jahr so gefragt wie noch nie zuvor gewesen. Knapp 271 700 Gäste und damit 6,5 Prozent mehr als noch 2017 haben 2018 in den Hotels, Pensionen und Herbergen sowie auf den Campingplätzen zwischen Forst und Großräschen, Boxberg und Senftenberg eingecheckt. „Das sind höchst erfreuliche Nachrichten, die belegen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze (parteilos). Als stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland gab er am Dienstag am Rande des 2. Tourismustages in Großräschen diese überdurchschnittlich positiven Tourismuszahlen für 2018 erstmals öffentlich bekannt. Demnach verzeichnete die noch junge Urlaubsdestination im vergangenen Jahr insgesamt 793 000 Übernachtungen - ein Plus von beachtlichen 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fast die Hälfte dieser Zahl – nämlich knapp 353 000 Übernachtungen – gab es allein in Senftenberg und am Senftenberger See. In einzelnen anderen Gemeinden ist das Wachstum – dem Supersommer 2018 geschuldet – sogar zweistellig. So wurden am Bärwalder See in Boxberg 15 Prozent und in Neuhausen/Spree an der Talsperre Spremberg sogar 17 Prozent mehr Übernachtungen als jeweils ein Jahr zuvor registriert. „Das rührt daher, dass wegen des heißen Sommers vor allem auf den Campingplätzen die Buchungen durch die Decke gingen“, erläutert Tourismusverbandsgeschäftsführerin Kathrin Winkler.

Einzig in Hoyerswerda konnte der Gästeboom aus dem Supersommer 2018 nicht adäquat eingefangen werden. Die Stadt muss bei den Übernachtungszahlen ein Minus von drei Prozent auf gut 49 700 Übernachtungen hinnehmen. „Das rührt zum Teil aber auch daher, dass im Jahr zuvor die Übernachtungszahlen extrem angestiegen waren. Das konnte jetzt nicht mehr gehalten werden. In der Gesamtentwicklung gesehen geht es auch in Hoyerswerda nach oben“, so Kathrin Winkler.

Während die junge Reiseregion in der Landschaft im Wandel seit dem Jahr 2012 um insgesamt 34 Prozent bei den Übernachtungszahlen zugelegt hat, bleibt indes das große Ziel noch recht fern. Nämlich: Bis zum Jahr 2025 möchte das Lausitzer Seenland die Marke von 1,5 Millionen Übernachtungen erreichen – eine Größenordnung, in der laut zahlreicher Tourismusstudien eine Destination als zukunftssicher gilt. „Das hoffen wir mit mehr Betten und neuen Beherbungsbetrieben einerseits, aber auch mit einer besseren Auslastung und der Verlängerung der Saison andererseits erreichen“, erklärte Tourismuschefin Kathrin Winkler. Derzeit gibt es im Lausitzer Seenland 146 Beherbergungsstätten mit mehr als neun Betten (innerhalb der statistischen Meldepflicht) mit knapp 5800 Betten. Die Bettenauslastung beläuft sich auf ausbaubare 37,5 Prozent.

Und: Das Lausitzer Seenland wird international. Besonders bei Aktivurlaubern aus Tschechien punktet das Seengebiet mit seinen sehr gut ausgebauten Radwanderwegen und Wassersportmöglichkeiten. Erste Marketingaktionen des Tourismusverbandes in Prag und auf einer tschechischen Radsport-Messe haben Früchte getragen. So konnten 2018 fast 7000 tschechische Gäste gezählt werden, die 20 300 Übernachtungen gebucht haben – ein Plus von 45 Prozent gegenüber 2017. Dieser Weg solle fortgesetzt werden, so Kathrin Winkler.

Zudem will sich die Tourismusregion für bestimmte Urlaubergruppen besonders empfehlen. Mit gemeinsamen Kampagnen wird derzeit das barrierefreie Reisen und die Familienfreundlichkeit besonders hervorgestellt. Zum ersten Mal haben in den vergangenen Monaten 16 touristische Anbieter und Einrichtungen zum Thema Familienfreundlichkeit prüfen lassen und bekamen eine sehr gute Qualität ihrer familientauglichen Angebote bescheinigt.

Der Kommentar unserer Reporterin: Unbedingt am Ball bleiben