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| 22:13 Uhr

Tettau
Erfolgsrezept seit zehn Jahren: Eisbein, Grützwurst und Schalmeien

Schlachtefest in Tettau: Fleischer Tobias Nicklisch füllt Annett Kupke das frische Eisbein vom Kessel gleich in den Topf.
Schlachtefest in Tettau: Fleischer Tobias Nicklisch füllt Annett Kupke das frische Eisbein vom Kessel gleich in den Topf. FOTO: Mirko Sattler
Tettau. Erneut gab es einen riesigen Ansturm auf das traditionsreiche Schlachtefest des Tettauer Orchesters. Von Mirko Sattler

Das Schalmeienorchester Tettau ist nicht nur für seine zünftige Musik weithin bekannt, sondern auch für ein „Großereignis“ der ganz anderen Art: für das jährliche Schlachtefest im Ort. Zum ersten runden Jubiläum - dem zehnten Schlachtfest - strömten auch in diesem Jahr wieder mehrere hundert Gäste herbei.

Mit fachmännischer Unterstützung der Hausschlachterei Dirk Bennewitz wurde die Veranstaltung für das Orchester erneut ein Erfolg: Schon kurz nach der Eröffnung der Veranstaltungshalle standen die Besucher in Schlangen an, um als Erste am Verkaufstresen zu sein. 200 Eisbeine, 1300 Grützwürste, 300 Liter Wurstbrühe, je 80 Kilogramm Leber- und Blutwurst sowie 50 Kilogramm Hackepeter gingen über den Tresen.

„Wir sind ein dörflicher Verein und wollen mit dieser Veranstaltung dazu beitragen, dass alte Gewerke, wie es auch die Schlachtung ist, nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Reiner Lesche, der Chefmusiker der Schalmeienkapelle. Dass man mit der Idee des Schlachtfestes vor zehn Jahren richtig lag, zeigt der Erfolg noch heute. Lesche kann sich noch gut an die Anfänge erinnern. Das erste Fest habe nicht in der schönen Halle, sondern in einem Zelt stattgefunden.

Seit Freitagfrüh waren die 80 Mitglieder des Schalmeienorchesters und die Mitarbeiter der Hausschlachterei Dirk Bennewitz auf den Beinen, damit am Samstagmittag auch alles läuft. Vier riesige Waschkessel, wie sie einst in jedem DDR-Haushalt zu finden waren, sind mit Wellfleisch, Eisbein und Co. gefüllt. Um von dem Hausschlachtenen etwas mit nach Hause nehmen zu können, bringen die Gäste Töpfe und sogar Eimer mit. „Die Nachfrage wird jedes Jahr größer“, sagt Fleischermeister Dirk Bennewitz.

Das Konzept der Veranstaltung geht auf. Viele Besucher kommen schon am Mittag, essen Wellfleisch und warten geduldig, bis es dann am Nachmittag die begehrten Schlachteteller gibt. Zuvor probieren sie jedoch noch von den leckeren Buttermilchplinsen, die die Frauen des Heimatvereines in der Küche backen. „Wir bereiten die Buttermilchplinse nach Großmutters Rezept und in vier traditionellen Plinseisen zu, die mit Speck gefettet werden“, erklärt Lydia Bär vom Heimatverein.

 „Diese Schlachtefeste sind super - und der Verein sollte das unbedingt beibehalten“, sagt Jürgen Goller. Der 68-jährige Arnsdorfer kommt seit zehn Jahren jedes Jahr hierher. Und Joachim Wenzel ergänzt: „Auch die Unterhaltung mit Blasmusik ist top!“

Kaum ist das eine Fest der Schalmeien zu Ende, wird übrigens schon das nächste vorbereitet: Vom 24. bis 26. August findet im Kulturgarten wieder das beliebte Musikfest statt.