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Er war „gierig nach Geschichte“

Altdöbern.. „Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der Zurückbleibende leidet“. Die Worte, die einst H. W. Uwe Hegewald

Longfellow geprägt hat, treffen deutlich das, was Menschen aus nah und fern fühlten, als ihnen die Nachricht vom Tod des verdienstvollen Fritz Bönisch ereilte. Der begnadete Heimat historiker und Hobby-Heraldiker (Wappenkunde) verstarb im 84. Lebensjahr. Seit den 50er-Jahren hatte der Großrä schener Tischlermeister und Ehrenbürger der Stadt mehr als 150 Texte veröffentlicht - in Fachzeitschriften, Ortschroniken, Nachschlagewerken wie auch in renommierten Fachbüchern.
Einst von seinem Heimatkunde-Lehrer für Geschichte, Geografie und Jahreszahlen entflammt, konnte er sich schon in jungen Jahren an nichts so sehr berauschen wie an antiquarischen Kartenwerken und verstaubten Kirchenbüchern. "Ich war gierig nach Geschichte, konnte mir wichtige, aber auch weniger wichtige Geschichtsdaten immer leicht merken", hatte er einmal gesagt. Sein enormer Wissensschatz, die Akribie, mit der er ans Werk ging, und die Perfektion mit dem Zeichenstift machten Fritz Bönisch auch zu einem gefragten Heraldiker. Zahlreiche Niederlausitzer Amts-, Stadt- und Kreiswappen stammen aus der Feder des Geschichtsfachmannes und zieren seither Rathausfassaden und Briefköpfe. Aus seiner Wappenschmiede stammen unter anderem die kommunalen Hoheitszeichen von Großrä schen, Altdöbern und Neupetershain wie auch das amtliche Wappen des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Vor wenigen Wochen gab er noch Anregungen zur Gestaltung eines Orts- und Vereinswappens für Neudöbern. Den Entwurf kann Fritz Bönisch nun nicht mehr in Augenschein nehmen.
Bei einer Trauerfeier in der evangelischen Kirche am Mittwoch, dem 6. Juni, um 14 Uhr, werden Leidende und Zurückbleibende von Fritz Bönisch Abschied nehmen.