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Entwurzelte Bäume blockieren Straßen

Auf dem Marktkauf-Parkplatz hat der Sturm Thomas gewütet. Der Schaden hält sich in Grenzen.
Auf dem Marktkauf-Parkplatz hat der Sturm Thomas gewütet. Der Schaden hält sich in Grenzen. FOTO: Mirko Sattler/sam1
Senftenberg. Stürmischer Wind ist in der Nacht zum Freitag über den Raum Senftenberg hinweggefegt. Große Sachschäden sind ausgeblieben. Das bestätigt die Leitstelle Lausitz. Aber die Naturgewalten haben den Einsatz der Feuerwehren erfordert. Kathleen Weserund Jan Augustin

Mehrere umgestürzte und entwurzelte Bäume haben vor allem den berufstätigen Pendlern in den gestrigen frühen Morgenstunden den Start in den Arbeitstag schwer gemacht.

Nach Brieske und Biehlen sind Kameraden der Feuerwehr mit Säge und Axt ausgerückt. Auch zwischen Tettau und Schraden hat ein dicker Stamm die Fahrbahn blockiert. Zwischen Sallgast und Annahütte hat dringender Handlungsbedarf bestanden. Gegen neun Uhr musste dann ein weiterer Baum in Annahütte beseitigt werden, der in eine Stromleitung gefallen war. Der Schwarze Weg in Senftenberg ist versperrt gewesen, weil der Sturm im nahen Wald gewütet hatte. Zwischen Niemtsch und Peickwitz mussten Einsatzkräfte den Weg erst freimachen.

Betroffen ist auch der Marktkauf in Lauchhammer. Dort hat der böige Wind, der über den riesigen Parkplatz fegte, zwei Einkaufswagenboxen völlig zerlegt. "Der entstandene Schaden liegt im knappen fünfstelligen Euro-Bereich", bestätigt Marktleiter Mirko Buhr. Die Boxen werden nun neu errichtet. Der Geschäftsbetrieb sei unbeeinflusst. "Das Wichtigste ist, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind", betont Buhr. Deutlich größer war der Schreck vor zehn Jahren, als Kyrill sogar orkanartig über die Lausitz gefegt war und das Marktkauf-Gebäude erheblich verwüstet hatte.

Wetterfrosch Klaus Hirsch in Großkoschen am Senftenberger See hat die stärkste Windböe gestern um 4.10 Uhr gemessen. Mit einem präzise arbeitenden Gerät. Ein strammes Tempo von 62,9 Kilometern pro Stunde hatten die Luftmassen in der Bewegung in zehn Metern über dem Dachfirst um diese Zeit drauf. "Das entspricht der Windstärke 8", erklärt der Naturfreund und langjährige Wetterbeobachter. Diese Kraft erreiche der Wind in der leichten landschaftlichen Senke, in der das Dorf Großkoschen zwischen Koschenberg und Senftenberger See liegt, etwa einmal im Jahr. Vor dem aktuellen Sturmtag ist dies zuletzt im November des Vorjahres gewesen. Das belegen die akribisch geführten Wetteraufzeichnungen von Klaus Hirsch. Von Windstärke 9, die mehr als Tempo 75 erfordert, war Großkoschen noch weit entfernt. Die Böen treten territorial aber nur in einem äußerst eng begrenzten Raum auf. Rückschlüsse auf die Kraft des Sturmes in der Region sind aus diesem Messwert deshalb nicht herzuleiten, betont Klaus Hirsch. "Aber es hat mächtig gepfiffen", bestätigt auch er. In Senftenberg sind auf die Fußwege der Bahnhofstraße auch Dachziegel gefallen, die der Wind offensichtlich heruntergefegt hat. Auf dem Senftenberger See hatte sich ein gewaltiger Schilfgürtel selbstständig gemacht und war mit dem starken Westwind in Richtung Koschener Kanal getrieben. Bis zum Mittag hatte sich der Zorn von Mutter Natur gelegt: Klaus Hirsch hat in Großkoschen eine Windstärke 1 aus Richtung Nordwest gemessen.