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Ruhland
Entlastung fürs Kleinstadtpflaster

Ruhland. Nach massiven Bürgerbeschwerden haben Ruhlands Stadtväter die Durchfahrtsgenehmigung für Busse zum historischen Stadtkern „einkassiert“. Von Andrea Budich

Große, schwere Busse auf dem engen historischen Kleinstadtpflaster - damit haben Ruhlands Stadtväter jetzt Schluss gemacht. Einstimmig haben sie während der jüngsten Stadtverordnetenversammlung einer Durchfahrtsgenehmigung für die Linie 622 der Verkehrsgesellschaft OSL über die Berliner und Dresdner Straße für die Dauer des Baus an den Bahnbrücken am Elsterbogen widersprochen und damit ihr Veto eingelegt. Busse, die trotz der Tonnagebegrenzung über das Kleinstadtpflaster scheppern, dürften damit erst einmal Geschichte sein für die frustrierten Anwohner.

Ruhlands Abgeordnete haben damit auf massive Bürgerbeschwerden reagiert, die sowohl bei den gewählten Volksvertretern als auch in der Verwaltung Dutzendfach eingegangen sind. Der unhaltbare Zustand hatte bei den Ruhlandern, die verkehrstechnisch durchaus schon ein ziemlich dickes Fell entwickelt haben, das Fass zum Überlaufen gebracht. Die freie Fahrt für Busse auf der viel zu schmalen Straße vor der Haustür hatte die Ruhlander schon vor Monaten in Aufruhr versetzt. „Die meisten Busse sind viel zu schnell durchgepflastert. An die 30 Kilometer pro Stunde hat sich kaum ein Fahrer gehalten“, bestätigt Anwohner Helmfried Böhme, dass gegen die Auflagen des Amtes regelmäßig verstoßen worden ist. Wie er schlafen zahlreiche Anwohner nur anderthalb Meter von der Fahrbahn entfernt. Wegen der ständigen Erschütterungen gibt es schon Risse an den Häusern.

Mit dem einstimmigen Votum von Ruhlands Stadtverordneten ist das Erteilen einer erneuten Durchfahrtsgenehmigung seitens des Straßenverkehrsamtes endgültig vom Tisch. Das Umfahren der „zeitfressenden“ Baustellenampel vor den Bahnbrücken am Elsterbogen ist damit nicht mehr möglich. Befahren werden muss künftig wieder die reguläre Strecke: Elsterbogen, Güterbahnhofstraße und Breitscheidstraße. „Wir entlasten damit die Bewohner des sensiblen Altstadtbereichs und wollen die massiven Beschwerden entschärfen“, bestätigt Amtsdirektor Roland Adler den Beschluss.