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| 19:12 Uhr

Theater
Junge Nixe bringt Schwarzbach auf die Beine

Theater-Premiere des Schwarzbacher Dorftheaters mit dem Stück „Raub der Nixe“. Es ist eine Fortsetzung des Stückes aus dem vorigen Jahr.
Theater-Premiere des Schwarzbacher Dorftheaters mit dem Stück „Raub der Nixe“. Es ist eine Fortsetzung des Stückes aus dem vorigen Jahr. FOTO: Mirko Sattler
Schwarzbach. Dorftheater im Park lässt die Besucher bei der Premiere tief in die heimische Sagenwelt eintauchen.

Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind in der kleinen Ruhlander Amtsgemeinde, nicht aus Holz, aber dennoch aus Naturmaterialien. Gras, Tannennadeln und buntes Laub säumen das kleine Waldtheater unweit der Parkbühne. Hier tauchten am Samstagabend erneut die Besucher in die Sagenwelt ein. Viele wollten trotz zeitweisen Regens die Premiere von „Raub der Nixe“ erleben.
„Das Theaterstück ist die Fortsetzung von ,Das Geheimnis der Nixen’ von vorigem Jahr. In der Oberlausitz, zu der wir ja auch gehören, ranken sich viele Sage um Nixen und Wassergötter. Regisseur Johannes Fiedler schaffte es wieder, aktuelle Probleme einzubauen. Die Botschaften des Theaterstückes sind jedoch Kameradschaft, Gemeinsamkeit und Dasein für andere“, so Bürgermeisterin Gabi Theiss. Sie bekam erneut eine kleine Rolle als Großmutter zugeteilt.
Um Nachwuchs braucht sich Johannes Fiedler, der das Dorftheater im Dorfclub unter sich hat, nicht zu sorgen. Musste er in den 90er-Jahren Hände ringend suchen, so ist das Dorftheater zu einer Institution in der Gemeinde geworden, bei der er heute sogar Mitmachwillige vertrösten muss.

Mit Märchen hat Johannes Fiedler angefangen. „In diesem Jahr haben wir nicht direkt eine Fortsetzung aus dem vorigen Jahr, sondern das Thema aufgegriffen. Mir liegen ein bisschen die Sagen am Herzen. Da es hinter dem Gutshaus auch einmal ein kleinen See gegeben hat, sind wir auf die Idee mit der Nixe gekommen. Natürlich hat es dort einmal Nixen gegeben“, sagt der Dorftheaterchef schmunzelnd. Er möchte erreichen, dass die Kinder verinnerlichen, dass es nicht nur Märchen von Übersee gibt.

Vor Jahren sorgte Johannes Fiedler mit seinem Team für Gruseln im Dorf. Im Stück vom Schinderberg verarbeitete er den Mythos um den Schinder vom Schinderberg. Die Resonanz war so enorm, dass er nun mit den Nixen vom Dorfteich nachlegt.
Johannes Fiedler braucht meist nicht lange, bis eine neue Geschichte steht. „Um die Weihnachtszeit fange ich meist mit den ersten Überlegungen an. Diesmal ging es relativ zügig. Manchmal brauche ich einen Sonntagnachmittag und habe einige Seiten, und manchmal sitze ich länger über dem nächsten Satz“, erzählt Johannes Fiedler.

In der diesjährigen Geschichte möchte die jüngste Nixe die Welt der Menschen kennenlernen, doch darf sie durch die strengen Auflagen ihres Vaters nicht nach draußen. Erst wenn sie ihr Fischkleid ablegt, verwandelt sie sich in einen Menschen.

  Ein verzogener Bengel, der aus der Stadt zu Besuch im Gutshaus ist, findet Gefallen an der jungen Nixe und möchte ihr gern die Stadt zeigen. In ihrem Eifer sagt die junge Nixe ja und wird in der Nacht entführt. Einwohner und Bedienstete des Gutshauses machen sich nun auf, um die Nixe im Stadtschloss zu befreien.

Bei mehr als 50 Schwarzbacher Akteuren, wobei Kinder und Jugendliche den größten Teil ausmachen, ist die Akustik relativ schwierig. Die Schwarzbacher bedienen sich moderner Technik. „Fünf bis sechs Darsteller können wir mit Heatsets ausrüsten, um sie gut zu hören. Bei 50 Leuten ist es nicht machbar. Deshalb haben alle Akteure ihre Texte auf Band gesprochen und wir haben sie dann schließlich zusammengeschnitten. Das schwierige an der Aufführung ist dann jedoch, den eigenen Text in der selben Geschwindigkeit zu sprechen wie auf dem Band“, erklart Regisseur Fiedler.
Nach gut 90 Minuten ist sicher: Eswar wieder eine gelungene Veranstaltung. „Wir sind zum 3. Mal dabei und finden die Aufführung super. Das Ambiente und die Atmosphäre hier in Schwarzbach sind einzigartig, auch wenn es regnet“, sagte Angelika Noack. Die Lipsaerin ist mit ihren Mann und weiteren Freunden extra nach Schwarzbach zur Aufführung gekommen. Mit den Jahren wurden sie wahre Fans des Theaters.
Zum zweiten Mal ist Birgit Claus dabei. „Ich wurde im vorigen Jahr von einer Bekannten mit hergenommen. Nach der damaligen Aufführung habe ich es nicht bereut, mitgegangen zu sein. Da es mir so gut gefiel, musste ich es meiner  Freundin Yvonne Krüger empfehlen und mit ihr heute hierher gehen. Wir finden es toll, das sich Leute finden zum  Theaterspielen. Selber hätten wir den Mut nicht dazu, schauen es uns aber, wenn es im nächsten Jahr wieder klappt, erneut an“, sagt die Schipkauerin.

(sam)