Erneut kam es zu mehreren Betrugsversuchen in der Lausitz, bei denen Kriminelle es auf Senioren abgesehen hatten. In einem Fall hatten die Betrüger Erfolg. Der Vorfall wurde am Donnerstag bei der Senftenberger Polizei angezeigt. Dabei wurde eine 83-jährige Rentnerin bereits am Dienstag von einem Unbekannten mehrmals angerufen. In den Telefonaten erzählte der Betrüger, dass er in einen Unfall verwickelt sei und zur Regulierung des Sachschadens viel Bargeld benötigte. Laut Polizeisprecher Torsten Wendt habe sich der Anrufer als Verwandter ausgegeben. Die Seniorin fiel auf diesen Schwindel herein und übergab eine hohe Geldsumme an eine ihr völlig unbekannte Frau. Wie hoch genau die Summe ist, wollte die Polizei auf Rundschau-Nachfrage nicht mitteilen. Die Seniorin solle dadurch in der Öffentlichkeit nicht noch vorgeführt werden. Den Kriminellen reichte der ohnehin schon hohe Geldbetrag anscheinend nicht aus. Denn sie forderten die Senftenbergerin dazu noch auf, Schmuck an einen beauftragten Anwalt zu übergeben, was sie ebenfalls tat. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zu diesem Betrugsfall übernommen.

Falsche Nichte will von Gubener Rentner 28.000 Euro

In Guben gingen Betrüger hingegen leer aus. Ein 68-jähriger Rentner wurde am Donnerstag mehrmals von einer angeblichen Nichte angerufen. Er bemerkte, dass es sich um eine Betrügerin handelt und rief seine richtigen Verwandten an. Die Betrügerin wollte 28.000 Euro von ihm. Er fiel jedoch nicht auf die Frau rein und erfüllte keine ihrer Forderungen. Es erschien kein Geldbote. Auch in diesem Fall hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.

13 Fälle in Dahme-Spreewald in einer Woche angezeigt

Auf insgesamt dreizehn zur Anzeige gebrachten Betrugsfälle brachten es in dieser Woche die Polizeiinspektionen des Landkreises Dahme-Spreewald und der Flughafen Schönefeld. Auch hier versuchten Betrüger Senioren um ihre Ersparnisse zu bringen, wie Polizeisprecher Torsten Wendt mitteilt. Angefangen vom hinreichend bekannten Enkeltrick über Gewinnversprechungen bis zum falschen Polizeibeamten reichte die Palette der Varianten, mit denen Betrüger an Geld kommen wollten. In den bislang bekannten Fällen reagierten die Angerufenen prompt und verständigten Angehörige und die Polizei, so dass es nicht zu Geldübergaben kam.

Hinweise der Polizei


Immer wieder und unter verschiedensten Legenden werden besonders Seniorinnen und Senioren um ihr Erspartes gebracht. Ob „Enkel“, „Neffe“, „Nichte“ oder auch „Polizist“, die Anrufer haben es immer auf Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände abgesehen. Vermeintliche Polizisten rufen an, hätten Hinweise auf Betrüger und benötigen die Mithilfe der Angerufenen. „Wir haben bei Betrügern einen Zettel mit Ihrem Namen gefunden und brauchen Ihre Hilfe!“, so oder so ähnlich versuchen Betrüger die Angerufenen zu bewegen, Schmuck und Wertgegenstände „für Untersuchungen vorübergehend auszuhändigen“ oder erfragen auch Kontoverbindungen.

Dabei wird sogar die Telefonnummer manipuliert, so dass im Display ein tatsächlich existierender Polizeianschluss vorgegaukelt wird, manchmal auch die Notrufnummer 110. Aber auch an der Haustür klingeln angebliche „Polizisten“, wollen wegen Einbrüchen in der Nachbarschaft ermitteln oder bieten Beratungen an und zeigen dabei gefälschte Dienstausweise vor. Auch hier ist höchste Vorsicht geboten, wenn sich jemand erkundigen möchte, „ob Ihr Geld/ Schmuck sicher verwahrt ist?“.

Seien Sie misstrauisch und geben Sie den Unbekannten keine Informationen über Wertgegenstände oder Bargeld. Ruft jemand unter der Notrufnummer 110 an, können Sie sicher sein, hier ist ein Trickbetrüger am Werk. Informieren Sie sofort die richtige Polizei (Notruf 110), wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, auch wenn kein Schaden entstanden ist. Seien Sie auch der Polizei (und anderen unbekannten Personen) gegenüber an der Haustüre misstrauisch und rufen Sie die zuständige Dienststelle oder den Notruf an. Dort kann man den Einsatz bestätigen oder Ihnen Hilfe senden. Weitere Informationen erhalten Sie im Internet hier.