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| 18:00 Uhr

Energie aus dem Rindermagen und ein Garagendach als Strom-Quelle

Reinhard Ferchof, Tourführer am Lausitzring, gibt den Schülern eine Einführung am Solar-Carport zum "Grünen Lausitzring”.
Reinhard Ferchof, Tourführer am Lausitzring, gibt den Schülern eine Einführung am Solar-Carport zum "Grünen Lausitzring”. FOTO: Peter Aswendt/asw1
Klettwitz/Ruhland. Wer seine Zukunft positiv gestalten will, braucht einen Beruf. Aber wer kann sich mit 13 oder 14 Jahren genau vorstellen, wie die Karriere am besten verläuft? Hier setzt der Brandenburger Zukunftstag an. Peter Aswendt/asw1

Unter dem Motto "einBlick in Deine Zukunft" haben sich am gestrigen Donnerstag 50 Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Oberschule Ruhland über die Möglichkeit ökologischer Energieerzeugung und damit verbundene berufliche Chancen informiert. In Kooperation mit dem "Grünen Lausitzring", dem Verein Biomasse Schraden und der Firma Energiequelle GmbH, Betreiber des Windrades und der Biogasanlage am Lausitzring, gab es für die Schüler eine geballte Ladung Öko-Energie zu bestaunen. Was Energiepflanzen sind, wie Pellets aussehen und wo das Ganze herkommt, erklärten in einem kurzen Vortrag Sebastian Wünsch und Holger Theiler von Biomasse Schraden: " Am Lausitzring wurde es konkret. Lausitzring-Tourführer Reinard Ferchof und Dr. Thomas Roßner, Abteilungsleiter der Firma Energiequelle, nahmen die Schüler am Welcome Center des Lausitzrings in Empfang. Erste Station: Solarcarport. An der Solartankstelle erfuhren die jungen Besucher, dass mit den 4548 Solar-Modulen 240 Haushalte ein Jahr mit Strom versorgt werden können. Wer ein Elektroauto fährt, kann hier zum Nulltarif tanken. Dr. Roßner führte aus: "Erneuerbare Energien sind nicht nur gut für die Umwelt, sondern schaffen Arbeitsplätze. Wir brauchen vom Servicemitarbeiter über Bauingenieure, Vermesser bis zum Biologen ein breites Spektrum an Mitarbeitern."

Großes Interesse galt dem Windrad am Lausitzring. Direkt am Fuß stand noch keiner der Schüler. Sie erfuhren, dass der Schatten des Windrades bis zur Autobahn reicht, bei günstigem Sonnenstand; das Fundament 40 Meter in die Erde geht und am Fuß diskusförmig ist; der Lausitzring und bis 13 000 Menschen der Region mit umweltfreundlichem Strom versorgt werden. Für Carla (13) und Cora (13) steht fest: "Das Windrad ist aus der Nähe gigantisch, das war für uns an diesem Tag das größte Erlebnis.",Großes Gelächter an der Biogasanlage, als Dr. Roßner ganz pragmatisch sagte: "Hier wird Strom aus gequirlter Rinderscheiße gemacht". Was definitiv nicht wissenschaftlich ist, aber stimmt. Mit Erstaunen erfuhren die Schüler, dass bei der Erzeugung der Biogasenergie Wasser mit hohem Nährstoffgehalt zurückbleibt und der Landwirtschaft wieder zugeführt wird. Dass der Vorgang der Energieerzeugung, inklusive der Temperatur, der Arbeitsweise eines Rindermagens nachempfunden ist, sorgte ebenfalls für großes Erstaunen. Schlussendlich sorgte aber der Geruch dafür, dass der Berufswunsch eines Anlagenfahrers einer Biogasanlage nicht an Nummer eins der Schüler stand. "Der Tag war sehr interessant und sicherlich werden wir in der Schule darüber sprechen", sagte Vivien (14). Der 13-jährige Alexander stellt klar: "Das Windrad war, cool aber ich möchte doch lieber Journalist werden." Beim abschließenden Essen im Speedway Inn gab es für alle viel zu erzählen über das Erlebte . Für die Klassenlehrerinnen Steffi Zschoyan und Petra Kaiser sind diese Begegnungen mit der Praxis wertvoll: "Ab der 7. Klasse bereiten wir die Schüler auf die Berufswahl vor, da sind uns Praxispartner sehr willkommen. Vielleicht könnte man die Klassen das nächste Mal in Gruppen aufteilen, das steigert die Aufmerksamkeit", so der abschließende Tipp für den nächsten Zukunftstag.