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| 20:37 Uhr

Kunstwettbewerb
Die Wormlager lassen die Kirche im Dorf

Die Dorfkirche Wormlage wurde 1768 vermutlich auf dem Grund einer früheren Holzkirche errichtet – und wird deshalb in diesem Jahr 250 Jahre alt. Zum Jubiläum organisieren die Einwohner einen Kunstwettbewerb.
Die Dorfkirche Wormlage wurde 1768 vermutlich auf dem Grund einer früheren Holzkirche errichtet – und wird deshalb in diesem Jahr 250 Jahre alt. Zum Jubiläum organisieren die Einwohner einen Kunstwettbewerb. FOTO: Julia Schubert
Wormlage. Mit einem Kunstwettbewerb feiert der Ort den 250. Geburtstag seiner Patronatskirche. Jetzt ist Endspurt für die Abgabe der Werke. Von Heidrun Seidel

Noch etwa zehn Tage sind Zeit, sich am Kunstwettbewerb „Lasst die Kirche im Dorf!“, den der Wormlager Dorfklub und der Gemeindekirchenrat gemeinsam ausgerufen haben, zu beteiligen. Am 17. Juni ist Abgabeschluss für Zeichnungen, Fotos, Skulpturen, Installationen oder mit anderen künstlerischen Mitteln geschaffene Werke.

Der 250. Geburtstag der eindrucksvoll ausgestatteten Dorfkirche will schließlich würdig begangen sein, und die Wormlager geben sich schon lange nicht  mit 0815-Dorffest-Programmen zufrieden. Mit Musicals oder Tanzshows haben sie schon mehr als ein Dutzend Jahre lang auf sich aufmerksam gemacht und so nicht nur ihre Feste, sondern ihr kulturelles und sportliches Dorfleben das ganze Jahr über bereichert. Fast kein Tag vergeht, da nicht in der Kulturhütte am Rande des beschaulichen Parks getanzt, geprobt oder Sport getrieben wird. So hat das knapp 400-Seelen-Dorf auch junge Leute halten, zurückholen oder gar neue anziehen können.

Nun also ein Kunstwettbewerb. Helga Lang ist gespannt, was so alles zu sehen sein wird, wenn am 1. Juli die Ausstellung mit einer Vernissage in der Kirche eröffnet wird. Als Mitglied des Gemeindekirchenrates, das sich unter  anderem um die Christenlehre  kümmert, hat die pensionierte  Oberschullehrerin deshalb die Jüngsten des Dorfes auf den Hof der Kirche eingeladen.

Bänke und Tische sind aufgestellt, Zeichenpapier, jede Menge Stifte liegen bereit. Schnell füllt sich ein Kästchen, in dem Helga Lang die vielen Bilder sammelt. „Unsere Kirche“ heißt das Motto für die unter 15-Jährigen, die sich am Wettbewerb beteiligen wollen. Lena (6), Jack (5) und Haylie (11) haben ihre Mamas mitgebracht. Die freuen sich über die Idee des Kunstwettbewerbs „Lasst die Kirche im Dorf“. Sie rege dazu an, über das Verhältnis zur Kirche nachzudenken, sagt Lenas Mama, Jana Werner. Und auch Cathleen Rode sieht darin die Verbindung zum Dorf auf besondere Weise gefördert. Ihr fünfjähriger Jack hat gerade ein Bild in den Sammelkasten gelegt. Da ist nicht nur der Kirchbau zu sehen, auch Menschen und Bäume hat er aufs Papier gebannt. Und Haylie hat sogar versucht, ganz akribisch das 250 Jahre alte Geburtstagskind in Perspektive zu zeichnen. So kommt in diesen zwei Stunden das dörfliche Leben in all seinen Facetten, von Kinderaugen gesehen, daher: Der Stern, der zu Weihnachten leuchtet, der Käfer, der die Wiese mit vielen alten Bäumen im Kirchgarten bewohnt, und der sagenumwobene Ritter Wormlitz mit seinem Pferd  fehlen nicht. Zum Dorffest am 30. Juni und 1. Juli werden all diese und andere Kunstwerke zu sehen sein.

„Ich bin ja auch gespannt, was sich die Großen einfallen lassen“, gesteht Helga Lang. Das Motto der über 15-Jährigen heißt nämlich: „Kirche – nur ein Gebäude  oder mehr?“ Es fordert insbesondere die inhaltliche Auseinandersetzung heraus. Wie verbunden sind Kirche und Dorf? Was bedeutet sie den Menschen? Wie beeinflusst sie ihr Leben? Oder ist sie schlicht ein architektonisches Kleinod, das dem Dorf ein Gesicht gibt? Und was heißt es eigentlich noch für das heutige Leben, wenn man sagt: „Lasst die Kirche im Dorf“?

„Wir müssen uns auch noch etwas einfallen lassen“, sind sich die beiden Mütter Jana Werner und Cathleen Rode  einig. Immerhin legen nicht nur die Kleinen, sondern auch größere Kinder und Jugendliche noch ordentlich etwas vor.  Jana Werners Tochter Anna (13) gehört dazu. „Die Gruppe wird das Kunstprojekt Buswartehäuschen gemeinsam mit den Wormlager Künstlern gestalten und am Sonntagabend übergeben“, berichtet Helga Lang. Darauf sei man schon gespannt im Ort