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| 13:41 Uhr

Leben im Alter in Ruhland
Endspurt auf der Altenheim-Baustelle

Großes Interesse hat der erste Baustellenrundgang am Ruhlander Seniorenpflegeheim geweckt. Selbst die große Hitze hat etwa 70 Bürger nicht davon abgehalten, sich zum Baufortschritt zu informieren.
Großes Interesse hat der erste Baustellenrundgang am Ruhlander Seniorenpflegeheim geweckt. Selbst die große Hitze hat etwa 70 Bürger nicht davon abgehalten, sich zum Baufortschritt zu informieren. FOTO: Peter Aswendt
Ruhland. Das Ruhlander Bauprojekt befindet sich auf der Zielgeraden. Die neue Großküche kann auch externe versorgen. Von Peter Aswendt

Das neueSeniorenpflegeheim in Ruhland ist eine schwere Geburt gewesen. Die vergrabene Geschichte ließ den Investor aufgeben. Doch seit dem vergangenen Jahr wächst der Bau am Ruhlander Schwarzwasser in die Höhe. Die Baustelle geht ins Finale.

Die Fraktion Ruhland hat deshalb zum Baustellenrundgang eingeladen. „Uns liegt das Projekt sehr am Herzen. Wir haben ja auch lange genug in der Stadtverordnetenversammlung darüber geredet“, stellt Thomas Höntsch klar. Mit im Boot ist Jörg Steinwarth, Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens Celexo, des Bauherren.

Dass neben dem Seniorenheim auch noch Wohnhäuser am Schwarzwasser entstehen sollen, erstaunt die  Neugierigen. „Wir mussten das gesamte Grundstück mit einer Größe von 1,8 Hektar von der Stadt kaufen und bautechnisch erschließen“, erklärt der Bauunternehmer. „Dadurch sind noch zehn Parzellen für Eigenheime und Mehrfamilienhäuser entstanden, die wir zwangsweise mitvermarkten“, fügt er hinzu.

Im Erdgeschoss des neuen Heimes können die Besucher in die großzügig und hell angelegte Cafeteria gehen. „Wir haben ein baugleiches Projekt in Calau in diesem Jahr übergeben“, sagt Jörg Steinwarth. Damit eröffnet er den Besuchern gleich die Möglichkeit, eine Seniorenresidenz dieser Art in voller Funktion zu sehen. Eigentlich kann man die beiden Häuser als Spiegelbilder sehen, denn der Betreiber in Calau, die M.E.D. Gesellschaft für Altenpflege mit Sitz in Cottbus, wird auch das Pflegeheim in Ruhland betreiben. Es sind 80 vollstationäre Pflegeplätze vorhanden. Die Einzelzimmer sind zwischen 16 und 18 Quadratmeter groß, die jeweils ein vier Quadratmeter großes Bad besitzen. Im unteren Bereich des Hauses gibt es eine Demenzabteilung mit Demenzgarten, eine Tagespflege mit 20 Plätzen ist integriert und es wird sich eine ambulante Pflege etablieren. Die Cafeteria mit ihren großen Fenstern bis zum Boden und helle Gemeinschaftsräume mit weiträumigen Balkonen sorgen für viel Licht im Haus. „Eine Besonderheit ist auch die Großküche, die wir einbauen, mit einer Kapazität von 500 Essen pro Tag“, sagt Jörg Steinwerth. Damit sei der Betreiber auch in der Lage eine externe Essenversorgung in Ruhland anzubieten.

Schon von der ersten Minute des Rundgangs an wird Jörg Steinwerth mit Fragen überschüttet. Wo kann man sich anmelden? Wo stehen die Betten, oder kann ich meine Möbel mitbringen? Habe ich ein eigenes Bad? Es sprudelt nur so aus den Besuchern heraus und zeigt das immense Interesse der Ruhlander Bürger. Ältere Menschen wollen lange in ihrer vertrauten Stadt oder Region leben können. Dort wo sie Land und Leute kennen, fühlen sie sich auch wohl.

Das bestätigt auch Volkard Pertzsch (77): „Ich fühle mich noch wohl und wohne in meinem Haus, aber in meinem Alter geht es schnell und dann möchte ich gerne in Ruhland bleiben“, begründet der rüstige Rentner sein Interesse. Anneliese und Wolfgang Jordan (82) haben ebenfalls einen Altersruhesitz im Visier: „Wir möchten zwar erst ins betreute Wohnen, ehe wir in die stationäre Pflege gehen“, erklärt Anneliese Jordan (78). „Wir sind aber schon neugierig, wie so ein Pflegeheim von innen aussieht“, gesteht sie. Christel Anders ist noch lange nicht in dem Alter um die stationäre Pflege ins Auge zu fassen: „Es ist interessant zu sehen was hier passiert, es war mal nur ein kleines Wäldchen“, so die Ruhlanderin.

Das Zehn-Millionen-Projekt wird, wenn es nach dem Willen von Investor Jörg Steinwerth geht, im Januar fertiggestellt sein und soll ab  März an den Betreiber übergeben werden.

Danach soll auf einem weiteren Bereich hinter der jetzigen Pflegeeinrichtung ein Haus mit 32 Einheiten für betreutes Wohnen entstehen. Das mehrgeschossige Haus wird auch eine Demenzbetreuung beherbergen: „Hier sind wir aber nur die Projektverantwortlichen, der Bauträger ist ein anderes Unternehmen“, so der Cottbuser Unternehmer.

Natürlich müssen auch die Zufahrtswege dem Projekt entsprechend angepasst werden. Neben dem Straßenbau, der zum Teil realisiert ist, ist auch eine Neubenennung der jetzigen Hartwigstraße geplant. Unbestätigten Quellen zur Folge soll sie dann Dr.-Otto-Werkmeister-Straße heißen. Es dauert zwar alles lange in Ruhland, aber wenn, dann werden keine halben Sachen gemacht.