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Endspurt am Peickwitzer Vereinshaus

Wenke Richter (v.) und Anika Raaz haben der Fassade des neuen Vereinsheims in Peickwitz den Pfiff verpasst.
Wenke Richter (v.) und Anika Raaz haben der Fassade des neuen Vereinsheims in Peickwitz den Pfiff verpasst. FOTO: Steffen Rasche/str1
Peickwitz. Die Fassade des neuen Vereinshauses in Peickwitz macht es offiziell: Das Areal der Sportler, im Volksmund längst flott Bahndamm-Arena genannt, ist still getauft worden. Denn zwei taffe Frauen mit künstlerischem Geschick haben das schmucke Gebäude, das seit März durch einen Erweiterungsbau des alten Vereinsheimes entsteht, mit Sportler-Motiven geschmückt – und in Blickrichtung des Fußballrasens mit dem stolzen Vereinslogo versehen. Kathleen Weser

Ortsvorsteher Ingo Amsel, auch bekennender Freund des Fußballs, zeigt sich zufrieden mit dem Werk der Kreativmaler Wenke Richter (38) und Anika Raaz (23) aus Senftenberg. "Diese Fassade ist wirklich einmalig", bekräftigen sie. "Und ganz besonders", lobt der Orts-Chef.

Die Sportmotive, reduzierte Schablonengraffiti (Stencil Art), haben schon für einige plötzliche Bremsmanöver auf der Straße nach Niemtsch gesorgt. Die dynamischen Sportler sind Hingucker: Für König Fußball stehen der Kicker und der Torwart. Die Turnerin ist die Referenz an die stärkste Gruppe des Dorfes, die sich hier fit hält. "Das sind die Gymnastikfrauen", bestätigt Ingo Amsel. Der Eishockey-Spieler steht für den heiß geliebten Winterspaß auf Kufen in Peickwitz. Und Tischtennis gehört auch dazu.

Als das ungewöhnliche blaue Dach auf dem neuen Vereinshaus fertig war und die Fassade hell erstrahlte, fehlte dem Gebäude der Pfiff. Deshalb ist Wenke Richter auf den Plan gerufen worden. Zum Entwurf der Fassadenbilder sind sich die kreative Malerin und die Spitze des Sportvereins grundsätzlich schnell einig geworden. Verblüffend war nur die Ähnlichkeit mit Personen des aktuellen Zeitgeschehens. Deshalb mussten die Sportler-Antlitze noch einmal verändert werden. Zwei Wochen lang hat die Künstlerin am Entwurf gefeilt und die Vergrößerung für das Original hergestellt. In zwei Tagen haben Wenke Richter und Anika Raaz die Graffiti dann umgesetzt. Die Sportler, die sich für die attraktive Trainings- und Freizeitstätte in Peickwitz mächtig ins Zeug legen, sind zufrieden. Sie haben das Vorhaben geboren, den Fördertopf erfolgreich angezapft, die Stadtväter mit ins Boot geholt und auch mit eigener Muskelkraft zum Gelingen des Gemeinschaftsprojektes beigetragen. Gepflastert wurde in Eigenleistung. "Mit schmutzigen Schuhen gibt es keine Betretungserlaubnis", bestätigt der Ortsvorsteher. Die Ballfangzäune sind erneuert. An der Freifläche für den Tanz wird noch geschuftet. Die Peickwitzer haben jetzt, weiter unterstützt von tollen Baufirmen, zum Endspurt angesetzt auf dem Vereinsgelände unmittelbar neben dem Bahndamm. Am 1. Oktober sollen das vollendete Gebäude und die Bahndamm-Arena gefeiert werden. Und zum Spektakel mit Ehrengästen und Dynamo-Spielern aus Dresden soll ein Bahnsignal, das aus dem Schrott gerettet wurde, dann akkurat den Weg weisen. "Wir werden es schon pünktlich funktionstüchtig machen", zeigt sich Ingo Amsel optimistisch. Auch die Fassadenkünstler werden kommen.