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| 02:47 Uhr

Endlich wieder ein märchenhafter Lausitzer Winter im Januar

Der Graureiher hat es schwerer auf der Suche nach Nahrung am offenen Gewässer im Lindenauer Park.
Der Graureiher hat es schwerer auf der Suche nach Nahrung am offenen Gewässer im Lindenauer Park. FOTO: Kupfer/rkp1
Lindenau. Wetterbilanz 2017: Zur Freude der Kinder ist der Schnee liegen geblieben. Im Monatsfinale hat allerdings Blitzeis die Straßen gefährlich gemacht. Von RUNDSCHAU-WETTERFROSCH Rudolf Kupfer / rkp1

Die Lausitz hatte im Januar ein traumhaftes Wintermärchen erlebt. Das sagt Klaus Kreter aus Ortrand. Der langjährige Wetterbeobachter aus Buchwalde, Ronny Sommer, bestätigt: "Das war der bisher schönste Januar, an den ich mich erinnern kann." Fast durchgängig ist eine geschlossene Schneedecke, die eine Höhe von bis zu 20 Zentimetern erreicht hatte und am Monatsende noch immer zwölf Zentimeter mächtig war. Den meisten Schnee gab es im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Bei anhaltenden Dauerfrost blieben die Tiefsttemperaturen fast durchgängig im einstelligen Bereich und damit sehr erträglich. Viele Vorschulkinder erlebten erstmals Schnee und Eis über einen längeren Zeitraum, nachdem die vergangenen Winter praktisch ausgefallen waren. Ungewöhnlich ist: Die Lausitz hatte deutschlandweit mit den schönsten Winter. Während vielerorts dem frostigen Gesellen die Puste ausging, hält er hier bis in den Februar hinein das Zepter fest in den Händen.

"Donnert`s im Januar übers Feld, so kommt später große Kält." Das ist eine Wetterregel, die voll zutraf. Das erklärt auch Gabriele Haußmann aus Hörlitz. Zum Monatsbeginn sind wie am 4. unüberhörbar mehrere Gewitter, die anhaltende Kälte mitbrachten, registriert worden. Als am Monatsende (30. und 31.1.) und Anfang Februar bei Frost Regen fiel, spitzte sich die Lage im Verkehrsgeschehen dramatisch zu. Gefährliches Blitzeis führte zu spiegelglatten Straßen und Gehwegen. Eine Herausforderung für alle. "Wir hatten im Winterdienst alle Hände voll zu tun", bestätigt Günter Kockro aus Großräschen. "Obwohl wir nicht gleichzeitig alle Verkehrswege sicher machen können, haben wir unser Bestes gegeben", sagt er.

Erfreulich viele Naturfreunde unterstützen in diesen Winterzeiten die heimische Vogelwelt durch das Zufüttern. Zu ihnen gehört in Kroppen Christa Kleinichen. In Spitzenzeiten zählt sie an sechs Futterhäuschen auf ihrem Grundstück bis zu 100 Haussperlinge, verschiedene Meisenarten, Amseln, Rotkehlchen und andere Vögel. Dagegen beklagen Klaus Hirsch in Großkoschen und viele andere schmerzlich bei den heimischen Wintervögeln erhebliche Verluste. Hier sei Ursachenforschung gefragt. Gärtnermeister Dieter Georgi aus Lauchhammer freut sich auf den bevorstehenden Frühling, der Mensch und Natur neue Kräfte verleiht. Wetterregeln wie "Werden die Tage länger, wird die Kälte strenger" und "Ist`s zu Lichtmess (2.2.) licht, geht der Winter nicht" sind Hinweise darauf, dass der Frühling noch auf sich warten lässt.

Zum Vergleich: Im Vorjahr blühten um diese Zeit an geschützten Stellen im Freien schon die Winterlinge und Schneeglöckchen. Daran ist in diesem Jahr noch nicht zu denken.

Zum Thema:
Ausgewählte Daten der Wetterstation Michael Wesnigk in Klettwitz: 43 Millimeter Niederschlag, der zu 90 Prozent als Schnee fiel. Die größte Schneehöhe ist am 11. Januar mit 20 Zentimetern registriert worden. 26 Tage gab es eine geschlossene Schneedecke. Der Boden ist unter der Schneedecke bis zu fünf Zentimeter gefroren, in ein Meter Tiefe wurden drei Grad Celsius über Null gemessen.Höchsttemperatur am 13. Januar plus 5,5, Tiefsttemperatur am 6. Januar minus 13 Grad Celsius (29 Nachtfröste, 16 Eistage mit ganztägigem Frost).Der Monat war insgesamt zwei Grad Celsius zu kalt. 61 Stunden schien die Sonne (das sind 125 Prozent der Norm).