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| 17:49 Uhr

Laubenpieper
Endlich pflanzen, säen, werkeln

Wolfgang und Monika Arlt nutzen die ersten warmen Sonnenstrahlen für Pflanzarbeiten in ihrem Kleingarten in der Senftenberger "Heimatruh".
Wolfgang und Monika Arlt nutzen die ersten warmen Sonnenstrahlen für Pflanzarbeiten in ihrem Kleingarten in der Senftenberger "Heimatruh". FOTO: Richter-Zippack
Senftenberg. Wegen des Wetters beginnt in diesem Jahr die Gartensaison spät. Doch dank der Aprilwärme gibt es für die Laubenpieper kein Halten mehr. Von Torsten Richter-Zippack

„Ich bin heute den ersten Tag draußen. Als erstes sind die Rabatten an der Reihe. Unkraut und abgestorbene Pflanzenteile müssen jetzt raus“, sagt Inge Theurich. Die Senftenbergerin hat in der Gartensparte „Heimatruh“ am Ostrand der Seestadt einen rund 200 Quadratmeter großen Kleingarten gepachtet. Theurich sagt, dass sie viel zu tun habe. „Durch den frostigen März konnte ich hier draußen bislang kaum etwas machen. Lediglich etwas Kalk und Kuhdung wurden ausgebracht“, erinnert sich die Hobbygärtnerin. Sie schätzt, dass die Natur bis zu zwei Wochen Verspätung habe. Doch dieses Defizit könne das derzeitig warme und sonnige Wetter schnell wieder ausgleichen. „In anderen Jahren hatte ich meinen Garten bereits zu Ostern schick. Diesmal zwangsläufig nicht.“ Immerhin zeigen sich die ersten Blüten. Blausterne, Hyazinthen, Tulpen und Krokusse präsentieren sich in den verschiedensten Farben. „Darauf habe ich lange gewartet“, kommentiert Inge Theurich.

Beim Pflanzen ist Monika Arlt im Garten nur ein paar Schritte weiter. „Ich will die Blumen, die ich zum Geburtstag bekommen habe, heute in den Boden bringen“, kündigt die Senftenbergerin an. Nach und nach setzt sie die Primeln und Tulpen in die noch kalte Erde. „Demnächst sollen die Zwiebeln gesteckt werden. Zudem müssen Gurken, Bohnen und Tomaten ebenso in die Gartenerde wie Dahlien. „Wir müssen uns beeilen, denn der Winter war lang, und jetzt fahren mein Mann und ich zur Kur“, erklärt Arlt. Während ihrer Abwesenheit wolle sich die Schwester um die grüne Oase kümmern. Seit 36 Jahren sei die Familie Pächterin des 200-Quadratmeter-Gartens in der „Heimatruh“-Sparte. Voller Stolz präsentieren die Arlts ihren Exoten. Nämlich einen Kiwi-Strauch. „Wir wissen allerdings noch nicht, wie er über den Winter gekommen ist“, sagt Wolfgang Arlt. Der junge Birnbaum gleich daneben hatte im vergangenen Jahr erstmals getragen. „Hoffentlich verschont uns zur Blüte der Frost“, wünscht sich Wolfgang Arlt.

Seit fast einem halben Jahrhundert hegen und pflegen Rudi und Maria Bieniek ihren Garten in der „Heimatruh“. „In anderen Jahren haben wir um diese Zeit bereits draußen Kaffee getrunken“, erinnert sich Rudi Bieniek. Inzwischen habe die Familie die Bäume ausgeästet, aufgeräumt und die Wasserversorgung wieder in Gang gesetzt. „Das jetzige warme Wetter tut richtig gut“, sagt Maria Bieniek. Allerdings sei 2018 ihre letzte Gartensaison in Senftenberg. „Wer ziehen weg, deshalb müssen wir unsere kleine Oase schweren Herzens aufgeben“, bringt es Maria Bieniek auf den Punkt. In der Sparte „Heimatruh“ mit ihren insgesamt 250 Parzellen ist Leerstand Vereinsangaben zufolge nur ein Randthema. Lediglich um die zehn Gärten seien derzeit nicht verpachtet.

Nach den Monaten der Ruhe herrscht jetzt in den Gartensparten wieder Hochbetrieb.
Nach den Monaten der Ruhe herrscht jetzt in den Gartensparten wieder Hochbetrieb. FOTO: Richter-Zippack

Renate Jurk, die ihren Garten in der Sparte „Neue Erde“ nahe dem Senftenberger Laugkfeld hat, ist froh, dass ihr Gartenteich den Winter gut überstanden hat. „Alle unsere Koi-Fische haben den strengen Frost überstanden“, sagt sie. Möglich wurde dies durch einen Eisfreihalter. Dieser habe sich bestens bewährt. Was die Senftenbergerin allerdings wundert, ist, dass ihr Forsythien-Strauch direkt am Gartenzaun noch nicht blühe, so wie in anderen Jahren. „Ich denke und hoffe, dass liegt am kalten März. Denn eine Krankheit kann ich nicht erkennen.“ Tatsächlich hat in den ersten Apriltagen in ganz Senftenberg wohl noch kein einziger Forsythien-Strauch seine knallgelben Blüten präsentiert. Allerdings kann es wegen des warmen Wetters überhaupt nicht mehr lange dauern, bis es soweit ist.