| 02:44 Uhr

Eltern mit Kleinstkindern von neuem Spielplatz enttäuscht

Der neue Spielplatz im Wohnquartier an der Stralsunder Straße wird von den Eltern der Kleinstkinder kritisiert.
Der neue Spielplatz im Wohnquartier an der Stralsunder Straße wird von den Eltern der Kleinstkinder kritisiert. FOTO: Steffen Rasche/str1
Senftenberg. Die Freude über den neuen Spielplatz im Wohnquartier an der Stralsunder Straße in Senftenberg ist getrübt. Denn für Kleinstkinder ist das Angebot so eingeschränkt worden, dass sich bei den jungen Eltern der Protest regt. Kathleen Weser

Enttäuscht schauen Eltern mit Kleinstkindern auf den nagelneuen Spielplatz hinter den Mehrfamilienhäusern an der Stralsunder Straße in Senftenberg. Die Plattenbauten sind bei jungen Familien besonders beliebt, bestätigt Annemarie Kerk, die gern hier lebt. Nachwuchs gibt es reichlich im Wohnquartier - und eine gute Nachbarschaft. Der Spielplatz ist deshalb bisher auch ein Ort der Begegnung gewesen - für Kinder und Erwachsene. Die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KWG) Senftenberg hat die alte Spieloase zurückbauen und neue Spielgeräte aufstellen lassen.

Aus Sicht der jungen Anwohner ist das kräftig in die Hose gegangen, "weil die Nutzer in keiner Weise gefragt und beteiligt worden sind", bringt die Sprecherin der Familien das Problem auf den Punkt. Das alte Holz-Spielgerät, das ausgetauscht werden musste, hatte Dächer und stabile Treppenstufen. "Unsere Kleinen haben vor allem die Rutsche geliebt", bestätigt Annemarie Kerk. Und beim Entdecken haben die Kinder im Krippenalter bisher auch eigene Erfolgserlebnisse gehabt, weil die Spielgeräte für sie - natürlich nur unter Aufsicht - weitgehend selbstständig erreichbar und zu bewältigen waren.

Nunmehr hat der Vermieter kräftig investiert. Aus Sicht der Eltern an den Bedürfnissen der Familien, die hier leben, vorbei. "Für Kleinkinder, die hier recht zahlreich zu Hause sind, sind eigentlich nur noch zwei kleine Tierwippen da. Die werden schnell langweilig", sagt die junge Mutter - und die Nachbarinnen pflichten ihr bei. Die Kletterspinne sei zwar optisch groß und schön, aber mit den Seilen gänzlich ungeeignet und auch gefährlich für die Steppkes. Auf die große Metallrutsche schauen die Kleinkinder sehnsüchtig, aber vergebens. Sie ist nur über einen Seil-Kletterweg zu erreichen und außerdem so groß, dass Eltern schon der Höhe wegen keinerlei Chance auf einen sicheren Zugriff aufs Kind haben.

Darüber hinaus beklagen die Familien auch, dass der Spielplatz von Schülern des Gymnasiums während der Pausen als Raucherinsel missbraucht und dauernd verdreckt hinterlassen wird. "Wir haben hier auch schon Drogenspritzen gefunden", erzählt eine Mieterin. Dass das Tor zum Schulhof zu den Pausen verschlossen wird, fordern die jungen Mütter. Und an den Vermieter geht die Bitte, wohlwollend zu prüfen, ob der neue Spielplatz durch ein weiteres Spielgerät mit Rutsche für die Kleinsten ergänzt werden kann. Statt des steinigen Fallschutzes unter den Geräten wünschen sich die Eltern für ihre Sprösslinge mehr Fläche mit feinem Sand zum ausgiebigen Buddeln.

Die Kommunale Wohnungsgesellschaft Senftenberg investiert gern in die Kinderspielplätze - dies aber mit Bedacht und nachhaltig. Neue und moderne Spielgeräte werden ausgewählt. Denn die Anlagen sollen auch viele Jahre halten und die Interessen der Kinder aller Altersgruppen erfassen. "Die verantwortungsvolle Entscheidung für die neuen Spielgeräte haben wir in Abstimmung mit internen und externen Fachleuten getroffen", betont Unternehmenssprecher Ralf Weide. "Dabei sind ganz bewusst unterschiedliche Altersgruppen berücksichtigt worden." Die Spielkombination "Makroseilzirkus mit Rutsche" im Wohnquartier an der Stralsunder Straße sei für größere Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren, die zwei Federwippen seien für Kleinkinder gedacht. "Uns ist durchaus klar, dass nicht jedes Gerät jeder Altersgruppe gleichmäßig entspricht", sagt er. Aber das sei auch nicht leistbar. Letztendlich entscheiden die Eltern im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht, welchen Spielplatz und welche Geräte ihr Kind nutzen darf. Der Großvermieter verweist deshalb auf weitere speziell für Kleinkinder geeignete Spielplätze im Seegebiet.

Der Hauswart führt bereits seit Freigabe der neuen Geräte verstärkt Kontrollen zur Ordnung und Sauberkeit auf dem Spielplatz durch, erklärt Ralf Weide weiter. Auch die Eltern der Spielplatznutzer seien darum gebeten, den Vermieter beim Thema Sauberkeit und durch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Gemeinschaftsanlagen zu unterstützen.

Zum Thema:
Die Kommunale Wohnungsgesellschaft (KWG) Senftenberg hat in den eigenen Wohnquartieren 28 Spielplätze: davon 14 in Senftenberg, sieben in Großräschen, drei in Schipkau, drei in Schwarzheide und einen in Ortrand. Die werden ausnahmslos regelmäßig gewartet und auch jährlich von Experten auf ihre Sicherheit geprüft.