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| 12:15 Uhr

Debatte um Schulzukunft in Großkmehlen
Eltern wollen nicht nur „Notlösung“ für ihre Grundschule „Am Schloss“

 Die kleine Grundschule Großkmehlen braucht mehr Platz. Wohin soll die Schule perspektivisch gesteuert werden?
Die kleine Grundschule Großkmehlen braucht mehr Platz. Wohin soll die Schule perspektivisch gesteuert werden? FOTO: LR / Catrin Würz
Großkmehlen. In Großkmehlen kritisieren Eltern die Platznot und fehlende Fachräume. Sie fordern ein Weiterdenken in der Schulplanung. Von Catrin Würz

Aufbegehren der Elternschaft in der Grundschule „Am Schloss“ in Großkmehlen: Eine schon vor zwei Jahren gegründete Initiative besorgter Eltern aus Großkmehlen, Frauendorf, Tettau und Lindenau hat jetzt so deutlich wie noch nie Kritik an den Lern- und Lehrbedingungen in der kleinen Schule geübt – und zugleich am großen Rad gedreht: In einem Brief an das Bildungsministerium in Potsdam haben die Eltern ihre Enttäuschung und Unzufriedenheit mit den räumlichen Gegebenheiten in der Grundschule zum Ausdruck gebracht. „Die Bedingungen sind derzeit für alle sehr bedrückend“, sagt Thomas Keltsch, Sprecher der Elterninitiative. Zugleich erwarten die Mütter und Väter vom Schulträger, der Gemeinde Großkmehlen, und vom Amt Ortrand, dass nicht nur an kurzfristigen Übergangslösungen gegen das akute Platzproblem gearbeitet wird, „sondern auch an Perspektiven für eine Schule der Zukunft“, so Keltsch. All ihre Forderungen packten sie jetzt bei einem Vor-Ort-Termin mit Bildungs-Staatssekretär Thomas Drescher aus Potsdam und der SPD-Landtagsabgeordneten Gabriele Theiss auf den Tisch.

Die Eltern kritisieren, dass es für die derzeit neun Klassen mit knapp 180 Schülern zu wenig Unterrichtsräume gibt, erst recht für die Umsetzung des Konzeptes „Schule für gemeinsames Lernen“. Eine ins Auge gefasste Containerlösung lässt immer noch auf sich warten. Aber es gehe nicht allein um die jetzige Platznot: „Es fehlt auch an einem Fachraum für den Unterricht Wirtschaft-Arbeit-Technik und an einer Lehrküche. Beides ist aber seit 2017 Voraussetzung, um den Lehrplan erfüllen zu können“, sagt Diana Wunderlich, Mitglied der Elterninitiative. Die Eltern glauben nicht, dass mit einer Reihe von „Notlösungen“, wie es die zwei zusätzlichen Klassenzimmercontainer sein werden, auf lange Sicht die Probleme gelöst werden können. „Wir müssen perspektivisch in die Zukunft denken. Und vielleicht können die Anforderungen an eine moderne Schule auch gar nicht innerhalb dieser alten Gebäudesubstanz hier gelöst werden“, sagt Elternvertreter Thomas Keltsch. Klar ist: Die Eltern fordern, dass der Bau einer neuen Grundschule in einem Gesamtkonzept für das Amt Ortrand zumindest geprüft werden sollte.

Großkmehlens Bürgermeister Gerd Müller-Hagen erklärt indes, dass die kleine Gemeinde als Schulträger diese schwierige Situation auf keinen Fall allein lösen kann. Er glaubt, dass die Demografie der kommenden Jahre ohnehin wieder schrumpfende Kinderzahlen ankündigt. Wenn im Schloss Großkmehlen voraussichtlich 2020 der Ausbau des Westflügels abgeschlossen sein wird, „wird die Schule dort drei zusätzliche Räume erhalten - dafür gibt es eine Mietvereinbarung für 15 Jahre“, so Müller-Hagen.

Gerald Boese, Leiter des Staatlichen Schulamtes Cottbus, rät ausdrücklich dazu, die Schulplanung im Amt Ortrand künftig unbedingt in einer Gesamtkonzeption zu betrachten. Amtsdirektor Kersten Sickert stimmt da zu. Eine Übergabe der Schulen in die Trägerschaft des Amtes hält auch er für konsequent.

Mit ihrem Vorstoß haben die Eltern in Großkmehlen und den umliegenden Gemeinden nun zumindest eine notwendige Debatte angestoßen. Staatssekretär Drescher empfahl ihnen, diese Diskussion unbedingt weiter zu führen.

 Eltern von der Grundschule "Am Schloss" Großkmehlen haben jetzt eine Vor-Ort-Aussprache über die räumlichen Bedingungen organisiert.
Eltern von der Grundschule "Am Schloss" Großkmehlen haben jetzt eine Vor-Ort-Aussprache über die räumlichen Bedingungen organisiert. FOTO: LR / Catrin Würz