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Elsterwerdaer Epilepsie-Gruppe sucht weitere Mitglieder

Elsterwerda. Toni Büttner leidet seit 17 Jahren an Epilepsie und hat die Selbsthilfegruppe "Außer Kontrolle – alles im Griff" gegründet. Nun sucht er nach weiteren Mitgliedern. Michèle-Cathrin Zeidler

"Wir sprechen in der Selbsthilfegruppe über unsere Erfahrungen mit der Krankheit und teilen unsere Probleme", sagt Toni Büttner. Aber nicht nur Betroffene sind willkommen, Freunde und Familie seien eine gute Unterstützung. "Vielen Betroffenen fällt es mit einer geliebten Person einfacher, sich zu öffnen", weiß der Gruppengründer. Durch die Krankheit würden sich viele zurückziehen. "Epilepsie macht schüchtern. Man traut sich nicht über die Krankheit zu sprechen", weiß Toni Büttner. Aber er hat selbst gemerkt, wie gut es ihm tut, über seine Erkrankung zu sprechen.

"Epilepsie ist in Deutschland so oft vertreten wie die Zuckerkrankheit, aber die Betroffenen sind ängstlich und schweigen", so der 33-Jährige. Er möchte das Schweigen brechen und hat daher im vergangenen Mai die Gruppe gegründet. "Wir sind die einzige Gruppe in der Region. Die Nächste gibt es erst in Dresden", sagt Büttner. Die Gruppe trifft sich an jeden zweiten Donnerstag und ist kostenlos. Allerdings gibt es eine wichtige Regel: "Es bliebt alles im Gesprächskreis. Nichts wird nach außen getragen."

Epilepsie kennt viele Gesichter und Anfallarten. "Die einen erstarren, die anderen bekommen starke Zuckungen", weiß Büttner. Mithilfe der Medikamente bekommt er nur noch drei bis vier Anfälle im Monat: "Ich bin nur krank, wenn ein Anfall auftritt. Ansonsten bin ich gesund." Diese Sichtweise möchte er weitergeben. Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe findet am Donnerstag, dem 11. Februar, um 17.30 Uhr in den Räumen vom Deutschen Roten Kreuz, Bahnhofstraße 36, in Bad Liebenwerda statt.

Kontakt zu Toni Büttner ist möglich unter Telefon 0174 9915276 oder 035341 12704 sowie zu Reiko Mahler vom Gesundheitsamt unter Telefon 035341 978703.