Noch vor wenigen Tagen befand sich das Fahrzeug, das die Wasserpflanzen etwa zehn Zentimeter über der Flusssohle abschneidet, zwischen Ruhland und Bärhaus im Einsatz. Das Schnittmaterial treibt dann flussabwärts bis zum Krautfang nahe der Bärhaus-Brücke bei Lauchhammer-Süd. Dort wird es täglich mit einem Bagger an Land gebracht und später in die Kompostieranlage.

Das stark gewachsene Kraut werde extra per Boot gemäht, um die Vorländer aus Naturschutzgründen zu schonen, weiß Bernd Richter, Verbandstechniker beim Gewässerverband „Kleine Elster-Pulsnitz“. Seine Institution habe entsprechend der wassergesetzlichen Regelung für das Landesumweltamt die Krautungen übernommen.

Bereits seit Mitte Juli sei in Abstimmung mit der Naturschutz- und der Wasserbehörde eine Hoyerswerdaer Spezialfirma im Mäheinsatz. Begonnen worden sei im Raum Schraden/Plessa. Der Flussverlauf im Stadtgebiet von Senftenberg werde jetzt in Angriff genommen. An manchen Stellen ist das Fließgewässer kaum mehr als solches erkennbar. Vielmehr erscheint die Schwarze Elster als „grüne Wiese“. „Das ist ästhetisch nicht schön anzusehen. Käme ein Hochwasser, würde das Kraut nach unten gedrückt“, erklärt Bernd Richter. In der Kreisstadt bestünde ohnehin keine Überschwemmungsgefahr, da das Koschener Wehr die überschüssigen Wassermassen in den Geierswalder See einleite.

Riskant seien aber die Röhrichtbestände. „Sie verringern aufgrund ihrer Stabilität den Abfluss des Wassers in der Elster“, so Richter.

In diesem Jahr sei die Krautung in der Region schon weit vorangeschritten. Die Hauptvorfluter an der Elster hätten bereits ihren Schnitt erhalten. In der Pulsnitz sei lediglich im Schradenland, nicht jedoch um Ortrand, gemäht worden. Bernd Richter rechnet mit einem Abschluss der diesjährigen Krautungen etwa Ende Oktober/Anfang November.