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Elf Ideen punkten für Griff in Fördertopf

Die Nummer 1 auf der Liste der Förderprioritäten: Der Annahütter Bahnhof soll neu belebt werden. Foto: Steffen Rasche/str1
Die Nummer 1 auf der Liste der Förderprioritäten: Der Annahütter Bahnhof soll neu belebt werden. Foto: Steffen Rasche/str1 FOTO: Steffen Rasche/str1
Lauchhammer. Die Prioritäten für die neue Finanzspritze aus den Programmen der ländlichen Entwicklung sind gesetzt. Und auch die äußerst schwere Geburt "Dorfanger Großkoschen" ist jetzt vollbracht. Kathleen Weser

Elf Ideen haben so hoch gepunktet, dass eine Scheibe vom 2,5 Millionen Euro großen Förderkuchen realistisch wird. Das hat Michael Franke, der Regionalmanager des Fördergebietes zwischen Altdöbern und Jannowitz, bestätigt.

Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Energieregion im Lausitzer Seenland hat entschieden: Der Umbau des alten Bahnhofes in Annahütte zu Proberäumen und einem Tonstudio nimmt die vorletzte Hürde der laufenden Förderrunde und ist damit berechtigt, den Antrag beim Land Brandenburg zu stellen. Ebenso bleibt die Stadt Lauchhammer mit den Ortsteilzentren in Grünewalde und Kleinleipisch im Rennen. In Großrä-schen soll in privater Regie die Pizzeria Verona mit drei Ferienzimmern aufgemöbelt werden. Die Gemeinde Schipkau hat für den Anbau an das Feuerwehrdepot in Meuro beste Karten. Auch der Festplatz soll hier umgestaltet werden. Aus dem Sonderbudget in Regie des Landessportbundes kann der Sportverein Grünewald für einen geplanten Anbau eines barrierefrei zugänglichen Schulungsraumes an das Vereinsgebäude eine Finanzspritze erhalten. Der Verein Lausitzer Wege hat mit dem Platz im Mittelfeld der Prioritätenliste beste Chancen, den weiteren Ausbau des Vereinshauses in der Bergbaufolgelandschaft bei Koyne unterstützt zu bekommen. Neue Sanitäranlagen im Haus der Kindertagesstätte Saalhausen und der Anbau eines Gruppenraumes für Kleinstkinder rücken in greifbare Nähe. In Lug steht der Anbau eines Gemeindehauses an das Feuerwehrdepot in Aussicht. In Altdöbern soll eine Praxis für eine Physiotherapie unterstützt werden. Und Großräschen hat den Sprung auf den letzten offenen Förderplatz innerhalb des aktuell zu vergebenden Budgets geschafft: mit dem Anbau eines Sozialgebäudes für die Feuerwehr-Ost. Hier müssen neue Sanitäranlagen und Umkleiden errichtet werden.

Sechs weitere Vorhaben haben die entscheidende regionale Hürde verpasst, weil der Finanzrahmen ausgeschöpft ist. Darunter ist erneut das Amt Ruhland, das den Verwaltungssitz - das bereits denkmalgerecht sanierte historische Amtsgericht - mit einem Aufzug ausstatten will. Das Rathaus barrierefrei zugänglich zu machen, ist auch vor dem Hintergrund der stark alternden Bevölkerung zwingend erforderlich, um jedem Bürger den Zutritt problemlos zu gewähren. Das Vorhaben war schon in der Februar-Runde der Wackelkandidat, der denkbar knapp aus dem Rennen geworfen wurde. Der Kriterienkatalog für das Fördergebiet aber ist hart und nicht zu umschiffen. Das betont der Regionalmanager.

Die schwere Geburt der Förderung des Dorfangers Großkoschen ist vollbracht. Zuerst war das Vorhaben nach dem Anwohnerprotest zurückgezogen worden. Nach dem Kompromiss zum Straßenausbau, an dem die Anlieger beteiligt werden, ist der 14 Monate andauernde zweite Anlauf der Stadt Senftenberg nun geglückt: Die Förderzusage für das Bauvorhaben in der Ortsmitte des Dorfes am See liegt vor. 1,2 Millionen Euro werden verbaut.

Zum Thema:
Der neue Aufruf, mit Ideen für den ländlichen Raum auf die europäischen Fördertöpfe zuzugreifen, startet noch in dieser Woche. Das bestätigt Regionalmanager Michael Franke. Zwei Millionen Euro sollen nun bis Ende Februar mit Projekten aus dem privaten und dem kommunalen Bereich untersetzt werden. "Außerdem haben wir derzeit ein Sonderprogramm für die Unterstützung kleiner Vereine und deren Vorhaben in Vorbereitung", erklärt der Steuermann für die Antragsverfahren in der Energieregion im Lausitzer Seenland weiter. Das Leader-Programm ist eine Initiative der Europäischen Union. Es heißt "Liaison Entre Actions de Developpement de I'Economie Rurale", zu deutsch Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft. Das Fördergebiet der Energieregion im Lausitzer Seenland erfasst eine Fläche von 728 Quadratkilometern mit 75 000 Einwohnern.