Ohne Johannes Müller (um 1695-1764) wäre die Geschichte im Lausitzer Urstromtal wohl anders verlaufen. Dann befände sich Lauchhammer womöglich an anderer Stelle als heute, verschiedene Wasserwege existierten nicht, und es gäbe keine Wendische Kirche in Senftenberg. Denn in seinem schaffensreichen Leben legte Müller auf Wunsch von Benedicta Margareta Freifrau von Löwendal, der Gründerin des Lauchhammer-Werkes, den Standort des ersten Hochofens fest, entwarf die entsprechenden Wasserwege für den Abtransport des Roheisens, ebenso Kanäle für die Holzverschiffung aus der Niederlausitz nach Sachsen, und errichtete das wendische Gotteshaus in Senftenberg. Bis heute werden in dessen Mauern Gottesdienste in der westslawischen Sprache gefeiert.
Nach langer Vorbereitung wollen die Mitglieder des Grünewalder Heimatvereins jetzt an das Wirken und an die Person Johannes Müller erinnern. Nach Angaben von Ortschronist Günter Erler hat der Kleinleipischer Künstler Oliver Leßmann die Figur des Müllers lebensgroß geschnitzt. Sie soll am 3. Juli (10 Uhr) am Grünewalder Dorfteich eingeweiht werden, informiert Erler. Laut Heimatvereinschef Dr. Siegfried Thomas sind dafür Kosten von rund 3500 Euro aufgelaufen. Diese werden durch Spenden und durch den Verkauf des von Thomas selbst verfassten Grünewalder Tiergeschichten-Buches finanziert.