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Einsiedels Erben sind Zeitenspringer

Doritt Nikolaus, die Sozialarbeiterin der Oberschule "Am Wehlenteich", mit einigen Zeitenspringern in der Ausstellung.
Doritt Nikolaus, die Sozialarbeiterin der Oberschule "Am Wehlenteich", mit einigen Zeitenspringern in der Ausstellung. FOTO: Steffen Rasche/str1
Lauchhammer. Unter dem Titel "Zeitensprünge" wird im Land seit zehn Jahren Geschichtsforschung von Jugendlichen gefördert. Jetzt haben die Zeitenspringer aus Lauchhammer das bisher Erforschte in einer Ausstellung zusammengestellt. Heidrun Seidel

Sie haben die Geschichte der Römerlatschen in Lauchhammer erforscht und die Veränderung der Arbeits- und Lebenssituation in den Produktionsstätten von Einsiedel bis heute unter die Lupe genommen. Sie sind auf der Spur der Industriegeschichte von Lauchhammer gewesen und haben Interessantes zur Großkokerei zusammengetragen. "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da" überschrieben sie diesen Forschungsbericht. Ein anderer hieß: "Die Wanne ist voll!" Er befasste sich mit der Badewannengießerei. So haben Mädchen und Jungen unter anderem aus der Oberschule "Am Wehlenteich" mit Freude und Entdeckergeist an Themen gearbeitet, die das Leben in ihrer Heimatstadt widerspiegeln. Geschichte wird für sie so nacherlebbar, aus der Kenntnis der Vergangenheit die Gegenwart verständlich und Zukunft gestaltbar. "Wer sich damit befasst, bekommt eine besondere Nähe zu seiner Heimatstadt", sagt Gerhard Nies, der Vorsitzende des Freundeskreises am Kunstgussmuseum. "Und vielleicht könnte das auch ein Grund sein, nach Ausbildung oder Studium wieder in die Heimat kommen zu wollen und sie mitzugestalten."

Neun Jahre lang haben Jugendliche an diesen lokalen Themen, freiwillig, außerschulisch oder in Kooperation mit Schulen gearbeitet. Das Jugendprogramm "Zeitensprünge" ist eine Initiative der Stiftung Demokratische Jugend, wird durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg unterstützt und durch den Landesjugendring Brandenburg e.V. fachlich begleitet.

Die Ausstellung der Zeitenspringer und die anderen Ausstellungen des Kunstgussmuseums sind dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Darüber hinaus können Ausstellungsbesuche vereinbart werden.