ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:46 Uhr

Nachwuchs für die Landwirtschaft
Viel zu tun im Stall am Feiertag

 Michelle Drabent ist Tierwirt-Azubi im Milchviehstall Tettau.
Michelle Drabent ist Tierwirt-Azubi im Milchviehstall Tettau. FOTO: Kupfer Rudi / Rudolf Kupfer
Frauendorf. In der Landwirtschaft müssen Tiere auch versorgt werden, wenn andere Neujahr feiern. Kälbchen-Nachwuchs ist da. Von Rudolf Kupfer

Ohne Pause das ganze Jahr über, auch zu den Feiertagen am Jahresende, wenn andere besinnlich feiern, müssen Landwirte für ihre Nutztiere sorgen. So ist es seit Generationen. Dieser Aufgabe will sich auch Michelle Drabent aus Plessa stellen. Sie hat 2016 in der Agrargenossenschaft Frauendorf die Ausbildung zum Tierwirt begonnen. Dass sie an einem Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag auch für ihre Tiere da sein musste, macht der jungen Frau nichts aus. „Die Lust auf den ständigen Umgang mit Tieren habe ich von meiner Oma Karin geerbt, die ebenfalls viele Jahre in der Landwirtschaft tätig war,“ erzählt die junge Plessaerin. „Die Ausbildung macht mir großen Spaß und entspricht meinen Vorstellungen“, sagt Michelle Drabent.

Nach erfolgreichem Abschluss 2019 möchte sich die heute 18-Jährige zum Meister qualifizieren. Fachleute werden in der Milchviehhaltung gebraucht, weiß die Auszubildende; in der Landwirtschaft sieht sie Zukunftschancen.

Zuweilen staunt sie, wie wenig die Konsumenten heute wissen, wie hochwertige Milch produziert wird. Moderne Melktechnik, die vom Euter bis zum Kühltank reicht, sichert beste Qualität. Die Kühe kennen heute keine Ketten mehr und bewegen sich ein Leben lang frei in den Ställen mit entsprechendem Auslauf. Futter steht ständig zur Aufnahme bereit. Für das Wohl der Tiere werde viel getan.

Im Milchviehstall Tettau kümmert sich Michelle Drabent um die neugeborenen Kälber. Sie bedürfen in den ersten Tagen der besonderen Fürsorge. Im Stall Tettau werden 450 Milchkühe der Rasse Holstein Friesen gehalten. Zwischen Weihnachten und Neujahr gab es hier zwölf Geburten, die entsprechend von der jungen Auszubildenden mit versorgt wurden.

Dass auch an den Feiertagen gemeinsam mit den anderen zehn Kollegen gut gearbeitet wurde, belegt der kontinuierliche Milchfluss von 10 000 kg täglich. Seit einem Jahr wird diese Milch wieder in die Molkerei nach Elsterwerda geliefert.

Die Milchviehanlagen in Tettau und Peickwitz sind die letzten Milchproduzenten im ehemaligen Altkreis Senftenberg. Andere Betriebe und fast alle Kleinerzeuger haben die Milchproduktion inzwischen eingestellt. Damit verbunden ist, dass für die Rinder immer weniger Grünland als eine wichtige Futtergrundlage benötigt wird. Grünland muss aber für den Naturkreislauf erhalten werden. Deshalb ist es dringend notwendig, die vorhandenen Rinderbestände mindestens in gleicher Größe zu erhalten.

Gut ausgebildeter Berufsnachwuchs, wie Michelle Drabent aus Plessa, ist notwendig, um anstehende Probleme in der Landwirtschaft lösen zu können. Deshalb ist die Lehrlingsausbildung ein Schwerpunkt in der Agrargenossenschaft Frauendorf.