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Einer für alle und alle für einen

Beim Spiel "Das laufende A" kommt es auf Teamgeist an. Die Siebtklässler der Otto-Rindt-Oberschule Senftenberg haben damit spielerisch gegenseitige Unterstützung erprobt.
Beim Spiel "Das laufende A" kommt es auf Teamgeist an. Die Siebtklässler der Otto-Rindt-Oberschule Senftenberg haben damit spielerisch gegenseitige Unterstützung erprobt. FOTO: Rasche/str1
Senftenberg. Mit Degen und Schauspielkunst haben sich Senftenberger Schüler gegen Diskriminierung und für mehr gegenseitige Unterstützung und Toleranz gerüstet. Möglich macht das ein ungewöhnliches Theaterprojekt, das das Museum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz zusammen mit dem Fechtlehrer Sven Richter und dem Senftenberger Kultur- und Freizeitzentrum "Pegasus" auf die Beine gestellt hat. red/ab

Der Dresdner Fechtmeister und Fachmann für Kriminalprävention hat bereits einige Erfahrung in dem Bereich des sogenannten Theaterfechtens. Im Sportverein Blau-Weiß Glashütte hat er an dem Projekt "Fechten gegen Rassismus" mitgearbeitet, das seit 2010 an zahlreichen sächsischen Schulen umgesetzt wurde. Für die Senftenberger Schloss und Festungsanlage wurde das Programm als eigene Projektwoche für Schüler der Dr.- Otto-Rindt Oberschule neu konzipiert und an die Geschichte von "Sachsens Festung in Brandenburg" angepasst.

"Die Idee, das Projekt nach Senftenberg zu holen und in Bezug auf die historische Situation der Festungsanlage neu aufzuarbeiten, kam im Zusammenhang mit dem Festungsspektakel auf, wo die sächsischen Theaterfechter mit ihren Stücken aufgetreten sind", erläutert Museumspädagoge Martin Baumgart, der das Programm organisiert. "Wir wollten diese Idee von Diskriminierung und Toleranz in Geschichte und Gegenwart gern mit Senftenberger Schulklassen umsetzen." Mit Unterstützung des Förderprogramms Kulturelle Bildung des Brandenburger Kulturministeriums konnte schließlich eine Projektwoche für drei 7. Klassen der Rindt-Oberschule aus Senftenberg angeboten werden.

Zusammen mit dem Fechtlehrer Sven Richter haben die Schüler Techniken des "Forumtheaters" erlernt und Möglichkeiten zivilcouragierten Handelns in einem Fecht-Theaterstück eingeübt. Dabei mussten sich die Schüler zu konkreten Situationen positionieren und lernten ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Die Szenen wurden aber nicht nur gespielt, sondern in kleine Auseinandersetzungen eingebaut, die mit echten Degen spielerisch "ausgefochten" wurden.

Für den geschichtlichen Teil stellte Museumspädagoge Martin Baumgart die Festungsanlage genauer vor. Er zeigte, warum auch die Lausitz schon immer ein historischer Schmelztiegel von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Kulturen und Sprachen war und wie Vielfalt und Toleranz zur Grundlage einer funktionierenden Gesellschaft werden. Er stellte dar, welche Auswirkungen diskriminierendes Verhalten in der Geschichte hatte. Als dritter Aktionspartner war das Kultur- und Freizeitzentrum Pegasus mit dabei.