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| 13:40 Uhr

Ehrenamt
Einer, der Feuerwehrmänner schmiedet(e)

Klaus Schmogrow ist im Jahr 2014 das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes verliehen worden. Zu den ersten Gratulanten zählte der stellvertretende Landesbranddirektor und Calauer Stadtwehrführer André Dreßler.
Klaus Schmogrow ist im Jahr 2014 das Ehrenzeichen des Kreisfeuerwehrverbandes verliehen worden. Zu den ersten Gratulanten zählte der stellvertretende Landesbranddirektor und Calauer Stadtwehrführer André Dreßler. FOTO: Uwe Hegewald
Kemmen. Ohne Ehrenamt wäre das Leben im Landkreis oberspreewald-Lausitz nicht so bunt, wie es ist. Für ihr Wirken wird verdienstvollen Bürgern regelmäßig gedankt. Doch wer sind diese engagierten Leute? Die RUNDSCHAU geht auf Personensuche. Heute: Klaus Schmogrow (Kemmen, Stadt Calau). Von Uwe Hegewald

Als Klaus Schmogrow am 1. April 2011 in Kemmen den Job des Ortsjugend-Feuerwehrwarts antrat, sollte sich dieser nicht als Aprilscherz, sondern als Schritt in eine Erfolgsgeschichte erweisen. „Die Vorgesetzten in Calau haben mir zu verstehen gegeben: Entweder ihr bringt eure Jugendarbeit auf Vordermann, oder wir ziehen den Nachwuchs zur Ausbildung nach Calau ab“, erinnert sich Klaus Schmogrow.

Und er erinnert sich an die Auszeichnungsveranstaltung zum OSL-Ehrenamt 2016 in der Senftenberger Cafeteria der Sparkasse Niederlausitz. „Verrückt, wenn dein Name auf einer Liste von Leuten steht, die im Landkreis schon viele Jahre ehrenamtlich aktiv sind. Irgendeiner aus Calau muss mich aber vorgeschlagen haben“, versucht der Kemmener die Ehrung herunterzuspielen.

Der Grund seiner Nennung ist der Laudatio zu entnehmen, die seinerzeit folgenden Wortlaut hatte: „Mit viel Einsatzbereitschaft und Enthusiasmus versteht es Herr Schmogrow, Kinder und Jugendliche für die freiwillige Feuerwehr (Ffw) zu begeistern. Somit trägt er einen entscheidenden Teil zur Nachwuchsförderung im Brandschutz bei.“ Am 28. September 2014 bekamem die Kemmener Kinder- und die Jugendmannschaft sogar neue Wettkampfbekleidung überreicht.

Stolz präsentierten sie anschließend auf der legendären Calauer Rathaustreppe und im Beisein von Bürgermeister Werner Suchner ihre blaue Feuerwehrsportkleidung, um mit dieser zwei Tage später zu den Landesmeisterschaften nach Ludwigsfelde fahren. „Nach erfolgreicher Teilnahme bei Feuerwehrausscheiden auf Stadt- und auf Kreisebene hatten sich die Kinder- und Jugendmannschaften für die Teilnahme an den Landesmannschaften der Jugendwehren qualifiziert“, blickt Klaus Schmogrow zurück. Was beim Termin auf der Calauer Rathaustreppe keiner auch nur zu prophezeien wagte: Die AK 15-17 belegte in Ludwigsfelde einen respektablen 8. Platz, die AK 10-14 kehrte sogar mit dem Landesmeistertitel ins beschauliche Kemmen zurück, das weniger als 90 Einwohner zählt. „Diesen Tag werden wir alle nie vergessen“, so Schmogrow, dem als Jugendfeuerwehrwart und Vater des Erfolges das entsprechende Fingerspitzengefühl nachgesagt wird. Disziplin, Respekt, Training, aber auch der Spaß seien wichtige Säulen, um erfolgreich zu sein. „Dem Nachwuchs muss aber auch was geboten werden“, sagt er. Mit Fahrten zum Bowling nach Saßleben oder bei Eisdielen-Besuchen auf der Rückfahrt von Wettbewerben festigte der Löschmeister die Moral innerhalb seiner Truppe.

Den Erfolg auf Feuerwehrwettbewerben allein auf den Landesmeistertitel 2014 zu fokussieren, wäre jedoch zu kurz gedacht. In den zurückliegenden sieben Jahren haben die Nachwuchsfeuerwehrleute aus Kemmen 54 Pokale errungen. Neben den Stadtmeisterschaften marschierten die erfolgshungrigen Feuerwehrsportler auch auf Kreis- und auf Landesebene aufs Podest sowie beim hochkarätigen Calauer Schusterjungenpokal, der zuletzt 2017 ausgetragen wurde.

Im Nachwuchsbereich schmecken Erfolge besonders gut, müssen sich die Mädchen und Jungen immerhin in drei Disziplinen bewähren. Neben der Königsdisziplin Löschangriff nass gilt es auch in der Gruppenstafette und bei der 5x80m-Feuerwehrstafette zu bestehen. „Ein Patzer in einer der drei Disziplinen – und das war`s dann mit einem Podestplatz“, erklärt Klaus Schmogrow die Spielregeln.

Beim Zinnitzer Nachtlauf, der am 29. September ausgetragen wurde, belegten die Kemmener Platz 5, was den Feuerwehrleute-Schmied nicht wirklich überraschte. „Hier haben wir noch etwas gerissen“, skizziert er den Wettbewerb unter Flutlicht, der gleichzeitig den Jahresabschluss der Feuerwehrwettbewerbe bildet. Für ihn und sein Team ist es ein genereller Abschluss von Wettkämpfen. „Mir gehen die Leute aus“, begründet der Übungsleiter mit unüberhörbarem Ansatz von Wehmut. „In diesem Jahr mussten wir drei Abgänge verkraften, 2019 folgen noch einmal zwei Jungen, die der Nachwuchsfeuerwehr entwachsen.“

Die Entwicklung habe sich bereits bei den diesjährigen Landesmeisterschaften in Seelow (Märkisch-Oderland) abgezeichnet, als die AK 15-17 mit Sportlern in einem Alter von 13 Jahren komplettiert werden musste. Dieses Mal ist es Stolz, der in seinen Worten widerhallt: „Trotz der sehr jungen Ausrichtung unserer Mannschaft haben wir immerhin den 8. Platz erzielt“, so der Kemmener, der dem Feuerwehrsport zumindest als geschulter Wettkampfschiedsrichter erhalten bleibt.