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| 02:44 Uhr

Eine Million für Hafen-Endspurt

Noch ist der Großräschener Hafengrund trocken. Fürs Baufinale hat Großräschen im städtischen Haushalt nochmals 1,1 Millionen Euro lockergemacht. Das Geld wird für die noch fehlenden Schwimmstege, für Grünarbeiten, Elektrik und Beleuchtung benötigt.
Noch ist der Großräschener Hafengrund trocken. Fürs Baufinale hat Großräschen im städtischen Haushalt nochmals 1,1 Millionen Euro lockergemacht. Das Geld wird für die noch fehlenden Schwimmstege, für Grünarbeiten, Elektrik und Beleuchtung benötigt. FOTO: Steffen Rasche/str1
Großräschen. Leinen los und Volldampf voraus! Mit diesem Kommando stechen die knapp 9000 Bewohner der Seestadt Großräschen 2017 in See. Das 16 Millionen Euro schwere Haushaltsvolumen ist neuer Rekord in der Stadtgeschichte. Für Stadthafen und den "Lausitz"-Umbau werden je 1,1 Millionen Euro investiert. Andrea Budich

Kurs halten und Flauten sicher überstehen - dafür haben Großräschens Stadtverordnete ein wasserdichtes Haushaltspaket für 2017 geschnürt und einstimmig beschlossen. Beachtlich dabei ist das 4,6 Millionen Euro schwere Investitionspaket. Der größte Batzen davon ist mit mehr als 1,1 Millionen Euro für die Fertigstellung des Stadthafens vorgesehen. Das Geld wird benötigt für die noch fehlenden Schwimmstege, für Grünarbeiten, Beleuchtung und Elektrik. Obwohl der Ankerplatz noch trocken liegt, gibt es für die späteren 120 Boots-Liegeplätze bereits 160 Anträge.

Gleichfalls 1,1 Millionen sind für den Umbau der Kult-Gaststätte "Lausitz" in ein Caritas-Integrationszentrum vorgesehen. Das leer stehende Gebäude im Malerviertel gehört zur Seele Großräschens. Über Jahrzehnte schlug dort das kulturelle Herz der Stadt. Aus Respekt vor dem Herzblut von Generationen haben Räschens Stadtväter eine Nachnutzungsidee entwickelt, die zwar nicht mehr im Gastronomiebereich liegt, aber mit Tagespflege und Sozialstation neues Leben in die "Lausitz" spült. Den Eigenanteil für das Herzensprojekt bringt Großräschen durch die Aufnahme eines Investitionskredites auf.

Zu den Investitions-Schwerpunkten für 2017 gehört auch die Fertigstellung der Almastraße im gleichnamigen Wohngebiet mit Blick auf den Großräschener See. Die schneller als erwartet wachsende Siedlung ist eine Erfolgsgeschichte. 51 Baugrundstücke sind bereits verkauft, 29 reserviert. Wer in "Alma" wohnen will, muss sich beeilen. Frei sind nur noch neun Grundstücke. Dass Familien in Großräschen besonders willkommen sind, zeigen die 29 Anträge auf Baukindergeld im Vorjahr. Bis zum Jahresende wurden 10 000 Euro ausgezahlt. Für 2017 sind sogar 20 000 Euro Baukindergeld in den Haushalt eingestellt. Rund eine halbe Million Euro investiert Großräschen in Kindertagesstätten. An die Kita "Kunterbunt" wird im Frühjahr ein Mehrzweckgebäude angebaut. Der Neubau ist vor allem notwendig, um das Platzangebot während des Mittagessens zu verbessern. Im derzeitigen Speiseraum gibt es maximal 70 Plätze. Gebraucht werden aber mindestens 140. Im Integrationskindergarten "Zwergenhand" will sich Großräschen die behindertengerechte Gestaltung der Außenanlagen vorknöpfen. Dafür werden 170 000 Euro lockergemacht. Geplant ist der Bau eines Rundweges als Verbindung einzelner Spielräume für Rollstühle, Roller, Dreiräder und Rollschuhe.

In das pralle Investitionspaket für 2017 gepackt wurden auch 10 000 Euro für die Planung des künftigen Badestrandes "Ilse". Das Strandbad wird sich auf 800 Metern Länge östlich des Hafens in Richtung des Ilsekanals befinden.

Als Basis für den soliden Großräschener Haushalt nennt Kämmerer Robert Weidner eine sehr gute Entwicklung des Steueraufkommens. Insbesondere die Gewerbesteuer ist mit rekordverdächtigen 2,5 Millionen Euro im Jahr 2015 stark gestiegen. Im Plus ist auch die Einkommenssteuer.

"Großräschen ist gut aufgestellt und schwimmt in ruhigem Fahrwasser", so der Kämmerer. Sahnehäubchen für Bürgermeister Thomas Zenker (SPD) indes ist, dass Großräschens Einwohnerzahl nicht länger rückläufig ist. "Die Meldezahlen gehen wieder nach oben", hat er stolz vor dem Stadtparlament verkündet.

Zum Thema:
Aufgrund des hohen Steueraufkommens im Jahr 2015 erhält Großräschen in diesem Jahr weniger Schlüsselzuweisungen. Gleichzeitig ist eine höhere Kreisumlage von 4,4 Millionen Euro abzuführen. Trotzdem sollen geplante und durch Fördermittel kofinanzierte wichtige Projekte beibehalten werden. Ein Ausgleich des Defizites in Höhe von 1,9 Millionen Euro ist durch Inanspruchnahme vorhandener Rücklagen erreicht worden.