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| 01:27 Uhr

Eine Million Euro steckt im Schlosspark

So sah der Schlosspark direkt nach dem Orkan aus. Fotos: M. Sattler
So sah der Schlosspark direkt nach dem Orkan aus. Fotos: M. Sattler
Lauchhammer. Fast auf den Tag genau vor drei Jahren ist der Schlosspark in Lauchhammer-West durch den Orkan Kyrill zu großen Teilen zerstört worden. Inzwischen wurde das rund 16 Hektar große Ensemble in vier Abschnitten wieder aufgebaut. Der „neue“ Park soll an einen historischen Plan aus dem Jahr 1945 angelehnt werden. Von Torsten Richter

Die Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 hat für immer einen Platz in der Chronik der Stadt Lauchhammer eingenommen. Vor fast genau drei Jahren vernichtete der Orkan Kyrill den größten Teil des Schlossparks im Stadtteil West. Neben der vernichteten kleinen Bühne fielen auch fast alle Bäume dem Unwetter zum Opfer.

Inzwischen wurden in vier Bauabschnitten die meisten Schäden beseitigt. Erst im vergangenen Dezember wurden insgesamt 284 Bäumen dank einer Ausgleichsmaßnahme von LMBV und Landesbetrieb Straßenwesen in den Boden gebracht. Wenn diese Pflanzung abgeschlossen ist, wird die Hälfte der ursprünglich im Schlosspark gewachsenen Bäume ersetzt sein. Zudem sollen im Frühjahr 2010 einige Sträucher folgen.

Im dritten Bauabschnitt war nach Angaben der Stadtverwaltung der für die neuen Gehölze notwendige Bodenaustausch erfolgt. Darüber hinaus gab es eine Windschutzpflanzung an der Tettauer Straße am Rand des Festplatzes. Zuvor waren bereits die Wege saniert worden. In diesem Rahmen erhielten diese eine Kiesschicht. An den Rändern erfolgte zudem die Aufstellung neuer Bänke. Mit dieser Teilmaßnahme wurde der komplette nördliche Bereich des Parks bis in Höhe der Parkbühne wiederhergestellt.

Außerdem nahmen Fachfirmen im Zuge der Parksanierung die Freilegung des Binnengrabens vor. Damit lässt sich laut Stadtsprecher Andreas Pfeiffer der ursprüngliche Schlossparkcharakter des 19. Jahrhunderts erahnen.

Bereits zu Ostern 2009 gingen die Arbeiten zwischen dem Eingangsbereich Alter Markt und dem Tiergehege zu Ende. In diesem Bereich wurden Wege- und Pflanzarbeiten ausgeführt. Seitdem ist, dank der Begrünung, der Umriss des früheren Schlossanbaus wieder sichtbar. Die Stadtverwaltung plant, vor dieses Ensemble die Kunstgussstatue „Herkulanerin“ aufzustellen.

Begonnen hatten die Parksanierungsarbeiten von der Kastanienallee über den Schlosshof bis zur Veranstaltungsfläche. Die Allee erhielt fünf Meter hohe Kastanien. Darüber hinaus legten Archäologen die alten Schlossmauern frei. Zudem folgten Arbeiten am Wasser- und Elektrosystem und ein neuer Spielplatz wurde gebaut.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt stehen nach Angaben von Andreas Pfeiffer weitere Wegebaumaßnahmen sowie die Aufstellung von Bänken an. Zudem müsse der südliche Bereich des Schlossparks noch gestaltet werden.

Wann allerdings diese Arbeiten in Angriff genommen werden sollen, stehe bislang noch nicht fest. „Dazu müssen die Lauchhammeraner Stadtverordneten erst den Haushalt für das Jahr 2010 beschließen“, erklärt Pfeiffer. Die dafür erforderliche Summe könne er noch nicht nennen. Bislang habe die Stadt rund eine Million Euro in ihren Schlosspark investiert. Der Wiederaufbau biete zudem die Chance, historische Gestaltungsaspekte viel stärker zu berücksichtigen. So orientiere sich das Leitbild im Wesentlichen auf die Karte des Schlossparks aus dem Jahr 1945. „Der Charakter des Parks mit offenen Wiesenfreiräumen und mehr oder weniger geschlossenen Gehölzbeständen soll erhalten bleiben oder weiterentwickelt werden“, so Pfeiffer.