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Einbrechern kann man das Leben richtig schwer machen

An einem Beispielfenster zeigt Jens Nobis, welche Sicherheitsmerkmale notwendig sind, damit Einbrecher schweres Spiel haben.
An einem Beispielfenster zeigt Jens Nobis, welche Sicherheitsmerkmale notwendig sind, damit Einbrecher schweres Spiel haben. FOTO: Feller
Senftenberg. Einbrecher haben immer Konjunktur. Im Herbst und Winter kommen die verlassenen Kleingärten als beliebte Tatorte hinzu. Manfred Feller

Wie man sein Eigentum besser schützen kann, darüber informiert die Polizei am Donnerstag von 10 bis 17 Uhr in der Hauptwache Senftenberg während des Tages des Einbruchsschutzes.

In zwei Räumen erläutern Jens Nobis, Koordinator für Prävention in der Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz, und Präventionsberater Peter Schmidt unter anderem anhand von Tür-, Fenster- und Verriegelungsberatungsmustern, welche technischen Möglichkeiten es heute gibt, um Einbrechern mehr Widerstand entgegenzusetzen. Damit sprechen die beiden Polizeibeamten Grundstücks-, Haus-, Wohnungs-, Garagen- und Gartenbesitzer ebenso an wie Gewerbetreibende und Firmenchefs.

Ihnen geht es nicht darum, Wohnung, Haus und Betriebsgrundstück zu einer Festung auszubauen. "Es muss nur so sicher sein, dass man selbst noch gerettet werden kann", rät er von solchen massiven Sicherungsvorkehrungen ab, die selbst für die Feuerwehr im Notfall nur schwer zu knacken sind.

Peter Schmidt ist es am liebsten, wenn Bauherren, die bald loslegen möchten, sich vor der ersten Materialbestellung informieren. Denn Sicherheitstechnik und Sicherungsmechanismen an Türen und Fenstern nachzurüsten, das sei später viel teurer. Ein Bauherr, den er vor einem Jahr beraten hat, habe jetzt mit dem Errichten seines Hauses begonnen. Peter Schmidt hofft, dass einige seiner Ratschläge beachtet werden. Dazu gehören zum Beispiel die stabilen Pilzkopfverriegelungen in den Fenstern anstelle der einfachen Varianten. Diese sind zwar kostengünstig, aber sie halten den enormen Hebelkräften von langen Schraubenziehern und Brecheisen nicht Stand.

Peter Schmidt sieht es als Mangel an, dass das Baugesetz nach wie vor keine Sicherheitsberatung vorschreibt. Selbst die kreislichen Baubehörden brauchen beim Erteilen der Genehmigung nicht auf das Thema Sicherheit hinweisen. "Dabei sind unsere polizeilichen Beratungen auch vor Ort für Eigentümer und Firmen kostenfrei", bemerkt Koordinator Jens Nobis.

Nach dem gut besuchten Tag des Einbruchschutzes im vorigen Jahr habe es einige Rückmeldungen gegeben. Grundstücksbesitzer haben ihr Anwesen und Firmenchefs ihren Betriebshof von unabhängiger Seite auf die Sicherheit hin überprüfen lassen. Unabhängig deshalb, weil die Beamten keine Produktempfehlungen geben dürfen. Sie geben nur die Zielrichtung vor.

"Im Jahr kommen etwa 100 Vor-Ort-Besichtungen bei Hausbesitzern zusammen", weiß Peter Schmidt, weil er sich die Anwesen genau anschaut. Sogar im benachbarten Elbe-Elster-Landkreis ist er gefragt, weil es dort keinen so qualifizierten Polizeiberater gibt. Hinzu kommen jährlich 60 bis 80 gewerbliche Einrichtungen und Firmen, die sich die Präventionsberater ansehen.

Die beiden Polizeibeamten gehen aber noch einen Schritt weiter. Sie sehen sich die Protokolle der aktuellen Einbrüche an und nehmen Kontakt zu den Betroffenen auf. "Acht von zehn lassen sich von uns auch beraten", ist Jens Nobis zufrieden mit der Resonanz. Am Donnerstag, dem Tag des Einbruchsschutzes, hofft er auf einen ebenso großen Zuspruch.