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Einbrecher haben den Ausbau gehemmt

Die Judosportler trainieren zweimal in der Woche in der Turnhalle an der Ruhlander Straße in Schwarzheide.
Die Judosportler trainieren zweimal in der Woche in der Turnhalle an der Ruhlander Straße in Schwarzheide. FOTO: Feller
Schwarzheide. In der im Spätsommer 2015 wiedereröffneten Sporthalle des ehemaligen Gymnasiums von Schwarzheide geht der weitere Innenausbau nur schrittweise voran. Es ist ein privates Projekt für Vereine. Zudem haben Einbrecher für Rückschläge gesorgt. Manfred Feller

Volker Kurze sähe es gern, wenn die Turnhalle an der Ruhlander Straße möglichst bald komplett ausgebaut wäre. Doch hinter dem Schwarzheider Vorsitzenden des 120 Mitglieder starken Budovereins stehen kein Investor und kein Förderprogramm, wie bei einer Kommune.

Für den Sport hat er sich die jahrelang leer stehende Halle privat ans Bein gebunden. Der weitere Ausbau aus eigener Kraft könne nur schrittweise erfolgen. Der Verein, der diesen Weg vor drei Jahren in der Mitgliederversammlung abgesegnet hat, garantiert, dass Einnahmen für Miete und Betriebskosten den Unterhalt des Gebäudes abdecken.

Im letzten Bauabschnitt werden der zweite Umkleide- und Sanitärbereich geschaffen. Auch ein Anbau als Versammlungsraum ist vorgesehen. "Dafür ist noch eine ordentliche fünfstellige Summe notwendig", nennt Volker Kurze, der auch Stadtverordneter für die Freien Wähler ist, den Finanzrahmen.

Ganz klar: Er und der Verein wären schon ein ganzes Stück weiter. Es seien von niemandem gezählte Aufbaustunden geleistet worden. Sponsoren hätten das Projekt unterstützt. Doch Einbrecher durchkreuzten die Rechnung teilweise. Obwohl die Straftaten schon eine Weile zurückliegen, seien die Nachwehen bis heute zu spüren. Seinerzeit seien etwa 450 Meter bereits zugeschnittenes Kabel für die Elek- troinstallation verschwunden. "Die Investitionen hatten sich verzögert", so Volker Kurze. Der Schaden aller Einbrüche ging in die Tausende Euro. "Leider laufen auch die Kabeldiebe immer noch frei herum", beklagt er.

Kurze bedauert, dass bislang keiner der mutmaßlichen Täter seine gerechte Strafe erhalten hat. Und das, wie er sagt, obwohl Vereinsmitglieder Hinweise an die Ermittler gegeben hätten. Lediglich zwei Einwohner der Stadt, eine Frau und ein Mann, beide Mitte 30, standen wegen des kleinsten Deliktes vor Gericht. Der Mann soll allein eingestiegen sein und zwei Bänke im Gesamtwert von etwa 200 Euro gestohlen haben. Blutspuren in der Turnhalle überführten ihn. Die Verletzung hatte er sich an der eingeschlagenen Scheibe der angeblich bereits offenen Eingangstür zugezogen.

Doch dem ledigen Hartz IV-Empfänger konnte vor Gericht nicht nachgewiesen werden, dass er gewaltmäßig eingestiegen war und die Bänke mitgenommen hatte. Für den Hausfriedensbruch blieb es bei einer kleinen Geldstrafe. Der Verurteilte verzichtete auf Rechtsmittel gegen das Urteil. Seine Komplizin, die nach eigenen Angaben draußen gewartet hatte, wurde freigesprochen. Beide waren zum Zeitpunkt des Prozesses nicht vorbestraft.

Volker Kurze hat bis heute keine Person, die er als verurteilten Einbrecher für die Wiedergutmachung von Schäden privatrechtlich verklagen könnte. Also wird weiter Stück für Stück am Ausbau der Halle gearbeitet - soweit das notwendige Kapital vorhanden ist und weitere Sponsoren im Sinne des Schwarzheider Freizeitsports helfen möchten.

Kontakt: Wer als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener eine Kampfsportart beim Budoverein Schwarzheide betreiben möchte, der kann sich während des Trainings informieren. Die Judokas sind montags und mittwochs zwischen 16 und 19 Uhr in der Halle, dienstags von 16 bis 19 Uhr werden Taekwondo und Karate trainiert.