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Tag des Ehrenamtes im Landkreis OSL
Ein Tusch für zwei Helden des Alltags

Martina Möller und Manfred Hamann zählen zu den 22 Persönlichkeiten im Kreis, denen gestern gedankt wurde.
Martina Möller und Manfred Hamann zählen zu den 22 Persönlichkeiten im Kreis, denen gestern gedankt wurde. FOTO: Uwe Hegewald
Senftenberg. Zum Tag des Ehrenamtes ausgezeichnet: Martina Möller aus Bronkow und Manfred Hamann aus Dörrwalde. Stellvertretend für unzählige Ehrenamtler haben der Landkreis Oberspreewald Lausitz und die Sparkasse Niederlausitz am Mittwoch besonders engagierten Persönlichkeiten Danke gesagt. Von Uwe Hegewald

Sie arbeiten ehrenamtlich in Vereinen, kümmern sich um die Nachwuchsarbeit, helfen bedürftigen Menschen, bringen Licht in die Ortsgeschichte, organisieren kulturelle Höhepunkte, engagieren sich in Kirchen. Stellvertretend für unzählige Ehrenamtler haben der Landkreis Oberspreewald Lausitz und die Sparkasse Niederlausitz am Mittwoch besonders engagierten Persönlichkeiten Danke gesagt.

Neben dem mit 500 Euro dotierten Sonderpreis für den Handballverein Calau, der mit seinem Panda-Cup-Projekt überzeugen konnte, erhielten 22 Frauen und Männer aus allen Städten und Ämtern des Landkreises Oberspreewald-Lausitz eine Dankesurkunde, Ehrenplakette und die Ehrenamtskarte des Landes Brandenburg. Unter ihnen Martina Möller aus Bronkow und Manfred Hamann aus Dörrwalde.

„Ehrlich gesagt, ist mir die Ehrung ein wenig peinlich. Es gibt zahlreiche Personen, die sich bereits seit vielen Jahren oder gar Jahrzehnten ehrenamtlich einbringen und es vielmehr verdient hätten, ausgezeichnet zu werden“, sagt Martina Möller. 2014 ist sie zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin der Gemeinde Bronkow (Amt Altdöbern) gewählt worden. Zu diesem Amt sei sie sprichwörtlich „wie die Jungfrau zum Kind gekommen“.

Mehrere Monate vor den Kommunalwahlen sei sie von Mitbewohnern angeregt worden, für das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters zu kandidieren. „Warum nicht, dachte ich mir. Ich wusste ja, dass ich 2014 in Vorruhestand gehe und somit genügend Zeit für dieses Amt zur Verfügung habe“, begründet sie ihren Schritt in die Kommunalpolitik. Das Gros der Einwohner der Gemeinde wusste jedoch, welche couragierte Frau kandidiert und sprachen Martina Möller das Vertrauen aus. „Seit sie am Ruder ist, gibt es plötzlich wieder Bürgersprechstunden, Verkehrsteilnehmer-Schulungen und ein gemeinsames Dorffest. In der Gemeinde ist es spürbar vorangegangen“, attestiert Torsten Dix der Gemeinde-Chefin „überdurchschnittliches Engagement“. Gleichzeitig würdigt der Unternehmer, wie es Martina Möller mit Weitsicht, Charme und Diplomatie gelingt, dass von dem wenigen verfügbaren Mitteln in allen Orts- und Gemeindeteilen etwas passiert. „Sorry für den Vergleich – aber unsere Bürgermeisterin ist das sprichwörtliche Zugpferd, das sich bereitwillig vor jeden Karren spannt“, so Torsten Dix.

Martina Möller kann sich den Zuspruch nicht so recht erklären. „Ich wohne erst seit 1999 in Bronkow, habe mich aber vom ersten Tag an im Dorf wohl gefühlt“, sagt sie. Nachterstedt, Senftenberg, Schwarze Pumpe, Lauchhammer und Cottbus zählten zu den Wohnsitzen der Bronkowerin, die in Freiberg studiert hatte und anschließend in der Kohle bzw. Bergbausanierung (LMBV) tätig war.

Mindestens ebenso viele zwischenzeitliche Wohnorte könnte Manfred Hamann, aus Dörrwalde (Stadt Großräschen) aufzählen. Im Sommer 1993 kauften er und seine Frau dort einen maroden Vier-Seitenhof mit Dorfschmiede, der heute unter Denkmalschutz steht. Das Bewahren von Altehrwürdigem ist für den Diplom-Historiker eine Herzensangelegenheit. Als sich 1996 der Dorfverein gründete, wählten die Vereinsmitglieder Manfred Hamann zu ihrem Vorsitzenden. Das unentwegte Mitwirken beim Herrichten des Vereinsgebäudes und einer Heimatstube haben ihm die Dörrwalder hoch angerechnet und den „Hinzugezogenen“ 2003 zum Ortsvorsteher gewählt. 2002 durfte der „Dauer-Ehrenamtler“ beim damaligen Landrat Holger Bartsch antreten, um Ehrenurkunde und -plakette in Empfang zu nehmen.

Für Manfred Hamann war das kein Grund, um sich fortan zurückzulehnen. „2010 habe ich auf Bitte der damaligen Pfarrerin den Neubau des Dörrwalder Kirchturmes begleitet und durfte beim Richtfest symbolisch den letzten Nagel einschlagen“, erzählt er. Und auch die Besitzer der historischen Holländermühle von Dörrwalde sind 2013 mit einer Bitte an ihn herangetreten: Das Ausarbeiten der Mühlengeschichte sowie das Durchführen von Führungen nach Anmeldung. Private Hobbys, wie das Sammeln und Restaurieren von historischen Fahrrädern stellte der 76-Jährige für dörfliche Belange oftmals in den Hintergrund. Auch in diesem Jahr, als es darum ging das Kriegerdenkmal auf Vordermann zu bringen. Über einen Zeitraum von acht Wochen sorgte der selbstlose Rentner, dass die Namen von Dörrwalder Bürgern, die in den zwei Weltkriegen ihr Leben ließen, nicht in Vergessenheit geraten. Die über Jahrzehnte fehlenden Schwerter an der Eingangstür hatte er kurzerhand selbst gefertigt.