Soviel in etwa zwei Stunden hat die langjährige Wetterbeobachterin noch nie ermittelt. Dass die Wassermassen nicht größere Schäden angerichtet haben, führt sie darauf zurück, dass der Boden ausgetrocknet und damit gut aufnahmefähig war, dass die Wasserstände in den Gewässern niedrig sind und es nur ganz lokal und begrenzt vor allem in Kroppen und Ortrand so geschüttet hat.

Im gesamten Monat Juli regnete es zwar an 18 Tagen, aber mit nur 33 Millimetern blieb es bis zum 30. Juli relativ trocken. Ansonsten gab es im zurückliegenden Monat keine Wetterrekorde in der Lausitz zu vermelden. "Wir hatten typisches mitteleuropäisches Sommerwetter," sagt Klaus Kreter aus Ortrand.

Höchsttemperaturen um die 25 Grad Celsius, die es immerhin an 27 Tagen gab, liegen im Wohlfühlbereich für Mensch und Natur.

Die Bauernregel "Im Juli warm und Sonnenschein, macht alle Früchte reif und fein", findet allerorts Bestätigung. "Solche guten Maisbestände hatten wir schon lange nicht," schätzt Landwirt Siegfried Klaus aus Ortrand ein. Auch alle wärmeliebenden Pflanzen wie Gurken, Tomaten, Zucchini, Bohnen, Paprika und andere haben sich prächtig entwickelt. Sie bereichern in diesen Tagen und Wochen die Speisepläne mit Frischgemüse aus dem eigenen Anbau.

Allerdings wünschen sich die Landwirte jetzt Trockenheit und Sonnenschein für die Getreideernte.

"In den zurückliegenden Jahren hatten wir sie um diese Zeit schon fast abgeschlossen", stellt Günter Kockro aus Großräschen fest.

Unterschiedlich fallen die Vorhersagen der Senftenberger Hobbymeteorologen für den August aus. Einige bauen darauf: "Wie die Hundstage eingehen, so gehen sie aus" (23. Juli bis 24. August). Danach ist noch mit hochsommerlichen Temperaturen zu rechnen.

Für Ingo Nowak wird sich das bisherige Achterbahnsommerwetter fortsetzen. Ständiger Wechsel gehört zum Schaltjahr, so seine These. Für Karl Heinz Buchan in Boblitz im Spreewald ist unerklärlich, warum nun schon im dritten Jahr in Folge bei guten Bedingungen Pilze nur in sehr kurzen Perioden wachsen. Das trifft bisher auch für die Pilzsaison des laufenden Jahres zu.

Trotz enormen Wissens gibt die Natur den Menschen immer wieder manches interessante Rätsel auf.

Zum Thema:
Weitere Wetterdaten für den Monat Juli von der Wetterstation Michael Wesnigk in Klettwitz: Niederschlag 55 mm bei einer Norm von 81 mm,204 Stunden schien die Sonne = 90 Prozent der Norm,Höchste Temperatur: 32,7 Grad Celsius, tiefste Temperatur 8,5 Grad,drei Gewitter überm Ort, sechs in der Nähe,ein Hitzetag (über 30 Grad), und 18 Sommertage (über 25 Grad Celsius