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Awo-Wohnstätte
Ein neuer Garten für alle Sinne

In der Awo-Wohnstätte in Lauchhammer haben Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam den Garten umgestaltet.
In der Awo-Wohnstätte in Lauchhammer haben Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam den Garten umgestaltet. FOTO: Letitia Haßdenteufel/Awo
Lauchhammer. Die Awo-Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen hat in Zusammenarbeit einer Patenklasse aus der Waldschule Lauchhammer, ehrenamtlichen Helfern sowie den Bewohnern der Einrichtung den Garten zum Erlebnis und gleichzeitig zur Ruheinsel werden lassen. Ziel dieses Gartenprojektes war es, Menschen mit und ohne Behinderungen näher zu bringen und gemeinsam zu lernen, die Grenzen und Bedürfnisse anderer zu akzeptieren. red/abh

Das Projekt wurde von der Aktion Mensch gefördert. Zu Beginn stand zunächst die allgemeine Auseinandersetzung mit dem Thema Garten im Mittelpunkt. Bei einem gemeinsamen Rundgang durch das Außengelände der Awo-Wohnstätte haben Kinder und Lehrer der Patenklasse, Projektleiter Thomas Begert, Einrichtungsleiterin Letitia Haßdenteufel sowie die Bewohner sehr viel über den Garten erfahren. Dieser sollte neu gestaltet und Ruhe inseln integriert werden, damit ein vielseitig nutzbarer Garten entsteht.

Bei der Umgestaltung hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, sich nach seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten selbst einzubringen und so die Erfahrung zu erleben, gleichberechtigt mit anderen Menschen etwas entstehen und wachsen zu lassen.

Ein Ausflug in die ortsansässige Gärtnerei Wolf zeigte den Bewohnern auf, wie aus einem Samen eine Pflanze wird. Gleichzeitig erhielten sie zahlreiche und nützliche Tipps und Tricks zur Pflege der Pflanzen. Durch Spenden der Bewohner konnten unterschiedliche Obstbäume und -sträucher sowie Kräuter angeschafft werden. Mitarbeiter der Einrichtung sowie die gesetzliche Betreuerin spendeten ebenfalls für Ziergehölze, Blumen und Buchsbäume. Das erworbene Wissen wurde sogleich angewendet, indem ein Hochbeet mit verschiedenen Kräutern angelegt wurde.

Der Garten ist zu einem Erlebnisgarten geworden. Es sind neue Sitzgruppen und verschiedene Ruhezonen entstanden, die um das gesamte Areal platziert sind. Barrierefreie Wege ermöglichen das Erkunden der Anlage für jeden Bewohner. Sie können dort entspannen, Tiere beobachten oder bei der Gartenarbeit mit anpacken.

Damit der Garten auch künftig bestehen bleibt und die Pflanzen kräftig weiter wachsen, wurde eine therapeutische Gartengruppe gebildet. Sie kümmert sich nun regelmäßig und unter Anleitung von Nicole Segler nachhaltig um die Pflege dieses Bereiches. Darüber hinaus haben die Schüler der Patenklasse die Möglichkeit, ihren Biologieunterricht nach draußen in den Garten der Awo-Wohnstätte zu verlegen.

Die Resonanz sei bislang positiv. Viele Besucher sowie Angehörige seien von dem neuen Garten begeistert.