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| 19:20 Uhr

Holzkünstler aus Arnsdorf
Ein Mann wie ein Baum

Der gelernte Dachdecker Ray Stoyan hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der 51-Jährige aus Arnsdorf startet als Holzkünstler neu durch.
Der gelernte Dachdecker Ray Stoyan hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Der 51-Jährige aus Arnsdorf startet als Holzkünstler neu durch. FOTO: Jana Wieduwilt
Arnsdorf. Ray Stoyan aus Arnsdorf startet als Holzkünstler in der Heimat neu durch und macht seinen Traumjob zur Berufung. Bäume sind für ihn unverwechselbare Kunstwerke, die er mit seiner Hände Arbeit ins richtige Licht rückt.

Zart streichen die Hände von Ray Stoyan über das Holz. „Robinie“, sagt er. Und lächelt dabei. Er fühlt die Struktur des Naturmaterials und weiß schon beim Anblick des Baumes, was daraus wird. Eine Schaukel, rustikal und glatt geschliffen oder eine Bank, ein Tisch oder ein Carport.

Holz ist für Ray Stoyan ein ganz besonderer und ein wertvoller Werkstoff. Alles, was der 51-Jährige aus Arnsdorf fertigt, ist ein Unikat. Serienproduktion gibt es nicht. „Es gibt ja auch nicht zwei gleiche Bäume“, schmunzelt der kräftige Mann.

Dabei lebt der gelernte Dachdecker seinen Traum. Nach mehr als 25 Jahren Berufserfahrung und vielen Jahren dienstlicher Odyssee durch Deutschland macht sich der Fertighausbauer selbstständig. „Bäume sind ja Kunstwerke an sich. Ich möchte mit meiner Arbeit die Natur ins oder an das Haus bringen“, so Ray Stoyan, der jedes Stückchen Holz, das er verarbeitet, selbst in der Natur aussucht.

Er wisse sofort, was aus einem Stück Holz Nutzvolles werden kann. Mit der alten Handwerkskunst formt er seinen Werkstoff. So wird das Material für Schaukel oder Carport selbst geschlagen, entrindet, getrocknet und vor Ort aufgebaut. „Ich kann in meinem eigenen Rhythmus arbeiten und den Menschen auch noch Freude bereiten“, so Stoyan.

Er wusste, sein Freund war krank und dieser wünschte sich einen Zweisitzer mit einem integrierten Tisch. „Wir ließen alles stehen und liegen, denn nichts war uns wichtiger, als diesen Wunsch zu erfüllen“, so Stoyan. „Ich habe noch nie jemanden gesehen, der sich so über eine meiner Arbeiten gefreut hat und dabei Tränen in den Augen hatte“, berichtet Stoyan mit feuchten Augen. Wenige Wochen später entschied das Leben anders. „Aber ich konnte ihm noch eine Freude machen“, sagt Ray Stoyan. Und das ist für ihn das Wichtigste.

FOTO: Wieduwilt Kommunikation