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| 13:50 Uhr

Naturschutz
Ein Leben für den Naturschutz: Werner Blaschke für sein Lebenswerk geehrt

Werner Blaschke blickt auf ein jahrzehntelanges beispielhaftes Engagement im Bereich Naturschutz zurück.
Werner Blaschke blickt auf ein jahrzehntelanges beispielhaftes Engagement im Bereich Naturschutz zurück. FOTO: Jan Augustin / LR
Lauchhammer. Der Lauchhammeraner kann auf 45 Jahre Weißstorchenbetreuung in Südbrandenburg zurückblicken.

Der Titel „Ehrenbeirat im Naturschutz“, den der Landkreis Oberspreewald-Lausitz verleiht, geht in diesem Jahr an Werner Blaschke aus Lauchhammer. Die feierliche Ernennung erfolgte während der jüngsten Kreistagssitzung im Kulturhaus in Lauchhammer durch OSL-Landrat Siegurd Heinze.

Werner Blaschke blickt auf ein jahrzehntelanges beispielhaftes Engagement im Bereich Naturschutz zurück. Mit Gründung der Interessensgemeinschaft „Naturschutzaktiv Lauchhammer/Grünewalde“ im September 1971 begann für den heute 85-Jährigen die organisierte Naturschutzarbeit. So wurde er unter anderem Vorsitzender der Fachgruppe Ornithologie im Kreis Senftenberg. Als Vogelberinger und Storchenbetreuer kann er heute auf 45 Jahre „Weißstorchenbetreuung“ in Südbrandenburg zurückblicken.

Sein Wohnort Lauchhammer und Umgebung lagen Werner Blaschke stets am Herzen. So war er von 1974 bis 2017 „Ortsnaturschutzbeauftragter“ der Stadt Lauchhammer. Unter seiner Anleitung wurden Untersuchungen zur Wiederbesiedelung der Bergbaufolgelandschaft um Lauchhammer durchgeführt. Wegen der Langzeiterfassungen von circa 30 Jahren sind die Ergebnisse bis in die heutige Zeit von hoher Bedeutung für Wissenschaftler, Museen und Behörden.

Werner Blaschke hat zudem hohen Anteil an der Unterschutzstellung beziehungsweise am Erhalt der südlich von Grünewalde liegenden Naturschutzgebiete „Seewald“ und „Welk­teich“ sowie weiterer Gebiete wie den „Kostbrauer Bruchfeldern“, den „Geigerschen Alpen“, dem „Elsterbusch“ und nicht zuletzt des geschützten Landschaftsbestandteils mit dem Namen „Blapius“, dessen Unterschutzstellung 2017 erfolgte.

Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement würdigte seine Heimatstadt ihn bereits im Jahr 2000 als Ehrenbürger.

Auch über die Weißstorchenbetreuung hinaus ist Werner Blaschke heute noch aktiv unterwegs: So ist er Mitglied des NABU Regionalverbandes Senftenberg. Er war über zehn Jahre bis 2001 aktives Mitglied im Naturschutzbeirat beim Landkreis OSL. Noch immer betreut er als aktiver ehrenamtlicher Naturschutzhelfer des Landkreises zahlreiche Schutz- beziehungsweise Biotopflächen in der Nähe seiner Heimatstadt.

Darüber hinaus ist Werner Blaschke Autor zahlreicher regionalspezifischer und naturschutzfachlicher Veröffentlichungen.

Auch sein berufliches Leben widmete er dem Naturschutz. Bereits der junge Werner Blaschke wollte Gärtner oder Förster werden, dazu kam es in der Nachkriegszeit jedoch nicht. Erst in den 1960er-Jahren bestand für ihn die Möglichkeit, sich über ein pädagogisches Studium zum Lehrer zu qualifizieren. Hier erfüllte sich sein Berufswunsch auf naturwissenschaftlichem Gebiet.

Bereits während seiner Studienzeit hat er sich mit der Ornithologie beschäftigt, was sich in seiner Abschlussarbeit über die „Forschung zu Kohlmeisen im Schulwald von Lauchhammer-Ost“ wiederspiegelte. Nach dem Studium arbeitete Werner Blaschke bis 1980 als Lehrer für Biologie und bis 1990 als pädagogischer Mitarbeiter an der Station „Junger Naturforscher und Techniker“ in Lauchhammer.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmete er sich besonders der Kinder- und Jugendarbeit mit unterschiedlichen Arbeitsgemeinschaften oder themenbezogenen Projektwochen. Dabei wurden Schüler mit praktischen Arbeiten wie Nistkastenbau und -betreuung, Vogelbestimmung oder Beringung vertraut gemacht. Einige seiner damaligen Schüler sind der Naturwissenschaft treu geblieben und sind heute als Fachplaner, Oberförster oder in Naturschutzverbänden tätig.

Mit Werner Blaschke tragen nunmehr vier Personen im Landkreis OSL den Titel „Ehrenbeirat im Naturschutz“. 2015 erhielten Reiner Sowa aus Senftenberg und Siegfried Bernd aus Calau die Auszeichnung. 2016 konnte Helmut Jentsch aus Zinnitz die Ehrung entgegennehmen.

(dh)