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| 14:36 Uhr

Gesammelte Geschichte
Ein Kilometer Akten und kein Ende

Die Senftenberger Stadtarchivarin Ines Jahn in den neuen Archivräumen im Schlossparkcenter.
Die Senftenberger Stadtarchivarin Ines Jahn in den neuen Archivräumen im Schlossparkcenter. FOTO: Stadt Senftenberg / StadtSenftenberg
Senftenberg. Das Stadtarchiv Senftenberg befindet sich in ständiger Erweiterung. Von Peter Aswendt

„Wir sind mit etwa 980 laufenden Metern Akten im vorigen Herbst ins Schlossparkcenter umgezogen“, berichtet Ines Jahn, Sachbearbeiterin Archiv in der Stadtverwaltung Senftenberg. Insgesamt 1200 laufende Meter Aktenmaterial werden in den städtischen Archiven aufbewahrt. Den Umzug ins Schlossparkcenter absolvierten damals das Verwaltungsarchiv und das Endarchiv. Das historische Rathausarchiv verbleibt an dem Ort, der ihm den Namen gibt, im Rathaus.

Von Bauakten über Personenstandsregister, alte Zeitungen oder Nachlässe bekannter Persönlichkeiten der Stadtgeschichte - dort ist die Geschichte Senftenbergs in ihrer vielfältigsten Form zu finden. Aber nicht nur Akten lagern in den Regalen: „Wir haben auch eine historische Glassammlung aus Hosena archiviert“, sagt die Sachbearbeiterin.

Natürlich ist das Archiv nicht als Staubfänger gedacht. Viele Anfragen an das Personenstandsregister zu Geburten, Eheschließungen und Sterbefällen erreichen Ines Jahn im Laufe eines Jahres. „Oft geht es auch um Erbfälle oder Nachlässe“, bestätigt die Archivarin. Dabei handelt es sich nicht nur um Privatpersonen, die im städtischen Archiv anfragen, auch Rechtsanwälte oder Ahnenforscher nutzen das Archiv. Die Einsichtnahme ins Personenstandsregister ist meist kostenfrei. Für beglaubigte Auszüge fallen jedoch Gebühren an.

Einen nicht unwesentlichen Teil bei Einsichtnahmen verzeichnet Ines Jahn bei Bauakten: „Beim Sanieren oder anderweitigen baulichen Veränderungen haben wir immer wieder Hauseigentümer, die alte Bauakten einsehen möchten.“ Ausgeliehen werden können diese Unterlagen für maximal eine Woche: „Und dies auch nur gegen eine Verwaltungsgebühr“, fügt Jahn hinzu.

Neben den Verwaltungsvorgängen erweitert sich das städtische Archiv ständig durch typische Dachbodenfunde. Oder Heimatforscher bringen Resultate ihrer langwierigen Tätigkeit ins Archiv. „Vor einiger Zeit hatten wir großes Glück und bekamen den Nachlass von Werken des bekannten Niederlausitzer Historikers Rudolf Lehmann“, erzählt die Archivarin. Den geschichtlichen Nachlass, den eigentlich Lehmanns Sohn Reinhard verwaltete, der voriges Jahr verstarb, wurde nun der Stadt Senftenberg zur Verfügung gestellt.

Aber nicht immer sind Nachlass oder historische Stücke so eindeutig definiert wie im Fall Rudolf Lehmann. „Manchmal kommen auch unangekündigt Funde oder historische Stücke zu uns“, sagt Ines Jahn. „Wir ordnen dann diese Stücke entsprechenden Epochen oder Sammlungen zu.“

Die Nutzung des städtischen Archivs wird jedem Bürger gewährt, der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. Dazu muss ein förmlicher Antrag gestellt werden und es sollte mit Gebühren gerechnet werden. Ausnahmen bilden Heimatforscher, Vereine der Stadt, Schüler oder Studenten. Sie können gebührenfrei recherchieren. Auch wenn ein vorwiegend öffentliches Interesse vorliegt, ist keine Gebühr zu entrichten.

Mehr Informationen über das Stadtarchiv finden Interessierte unter www.senftenberg.de/Bildung&Kultur/Stadtarchiv.