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| 16:38 Uhr

Gesammelte Geschichte
Ein Kilometer Akten und kein Ende

Die Senftenberger Stadtarchivarin Ines Jahn in den neuen Archivräumen im Schlossparkcenter.
Die Senftenberger Stadtarchivarin Ines Jahn in den neuen Archivräumen im Schlossparkcenter. FOTO: Stadt Senftenberg / StadtSenftenberg
Senftenberg. Das Stadtarchiv Senftenberg befindet sich in ständiger Erweiterung. Von Peter Aswendt

„Wir sind mit circa 980 laufenden Metern an Akten im vergangenen Herbst in das Schlossparkcenter umgezogen“, berichtet Ines Jahn, Sachbearbeiterin Archiv in der Stadtverwaltung Senftenberg. Insgesamt 1200 laufende Meter an Aktenmaterial werden in den städtischen Archiven aufbewahrt. Den Umzug in das Schlossparkcenter absolvierten damals das Verwaltungsarchiv und das Endarchiv. Das historische Rathausarchiv verbleibt an dem Ort, der ihm den Namen gibt, im Rathaus.

Von Bauakten über Personstandsregister, alten Zeitungen oder Nachlässen bekannter Persönlichkeiten der Stadtgeschichte, dort ist die Geschichte Senftenbergs in ihrer vielfältigsten Form zu finden. Aber nicht nur Akten sind in den Regalen gelagert: „Wir haben auch eine historische Glassammlung aus Hosena archiviert“, gibt die Sachbearbeiterin Auskunft.

Natürlich ist das Archiv nicht nur als Staubfänger gedacht. Viele Anfragen an das Personenstandsregister zu Geburten oder Eheschließungen und schließlich auch Sterbefällen erreichen Ines Jahn im Laufe eines Jahres. „Oftmals geht es auch um Erbfälle oder Nachlässe“, bestätigt die Archivarin. Dabei handelt es sich nicht nur um Privatpersonen, die im städtischen Archiv anfragen, auch Rechtsanwälte oder Ahnenforscher nutzen das Archiv. Eine Einsichtnahme in das Personenstandsregister ist zumeist kostenfrei. Wenn aber beglaubigte Auszüge angefertigt werden sollen, dann fallen üblicherweise Gebühren an.

Einen nicht unwesentlichen Teil bei den Einsichtnahmen kann Ines Jahn bei den Bauakten vermelden: „Beim Sanieren oder anderweitigen baulichen Veränderungen haben wir immer wieder Hauseigentümer, die alte Bauakten der älteren Häuser einsehen möchten“, bestätigt sie. Hier erfolgt aber nur eine Ausleihe der Unterlagen für maximal eine Woche: „Und dies auch nur gegen eine Verwaltungsgebühr“, fügt die Sachbearbeiterin hinzu.

Neben den Verwaltungsvorgängen, die natürlich nach dem deutschen Naturell mit entsprechender Gründlichkeit erfolgen, erweitert sich das städtische Archiv ständig durch typische Dachbodenfunde. Oder Heimatforscher bringen die Resultate ihrer langwierigen Tätigkeit ins Archiv. „Vor einiger Zeit hatten wir großes Glück und bekamen den Nachlass von Werken des bekannten Niederlausitzer Historikers Rudolf Lehmann“, erzählt die Archivarin. Den geschichtlichen Nachlass, den eigentlich sein Sohn Reinhard Lehmann verwaltete, der im letzten Jahr verstarb, wurde nun der Stadt Senftenberg zur Verfügung gestellt. Aber nicht immer sind ein Nachlass oder historische Stücke so eindeutig definiert wie im Fall Rudolf Lehmann. „Manchmal kommen auch unangekündigt Funde oder historische Stücke zu uns“, weiß Ines Jahn. „Wir ordnen dann diese Stücke entsprechenden Epochen oder Sammlungen zu“, fügt sie hinzu.

Die Nutzung des städtischen Archivs wird jedem Bürger gewährt, der ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. Natürlich muss ein förmlicher Antrag gestellt werden und man sollte mit Gebühren rechnen. Ausnahmen bilden Heimatforscher, Vereine der Stadt Senftenberg, Schüler oder Studenten, die eine Recherche gebührenfrei durchführen können. Auch wenn ein vorwiegend öffentliches Interesse vorliegt, muss keine Gebühr entrichtet werden. Mehr Informationen über das Stadtarchiv finden interessierte Bürger im Internet unter www.senftenberg.de/Bildung&Kultur/Stadtarchiv.