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| 19:39 Uhr

Ehrenamt
Ein Herz für fliegende Edelsteine

Mit Erdnuss gelingt es Andreas Felberg, einen Chinasittich zu sich zu locken. Die in Asien weit verbreitete Papageienart zählt zur Gattung der Edelsittiche. Regelmäßig bekommt der Züchter Besuch von Leuten, die sich seine Sittiche, Kanarienvögel, Exoten oder Eulen anschauen wollen.
Mit Erdnuss gelingt es Andreas Felberg, einen Chinasittich zu sich zu locken. Die in Asien weit verbreitete Papageienart zählt zur Gattung der Edelsittiche. Regelmäßig bekommt der Züchter Besuch von Leuten, die sich seine Sittiche, Kanarienvögel, Exoten oder Eulen anschauen wollen. FOTO: Uwe Hegewald
Lauchhammer. Ohne Ehrenamt wäre das Leben im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nicht so bunt, wie es ist. Für ihr Wirken wird verdienstvollen Bürgern regelmäßig gedankt. Doch wer sind diese engagierten Leute? Die RUNDSCHAU geht auf Personensuche. Heute: Andreas Felberg (Lauchhammer). Von Uwe Hegewald

Saphirblau, Smaragdgrün oder Rubinrot – wenn Andreas Felberg (60) in eine seiner 17 Volieren blickt, kann er gefiederte Edelsteine beim Flug beobachten. Der Lauchhammeraner ist Liebhaber und gleichzeitig Züchter von Sittichen, Exoten, aber auch von einheimischen Greifvögeln. „Auslöser war mein Opa Herbert Richter. Er zählte seinerzeit zu den Ersten in der Region, die mit der Exotenzucht angefangen haben“, sagt der Vogelexperte.

Im Alter von sieben Jahren bekam er vom Großvater die ersten Wellensittiche geschenkt und war fortan für die Fütterung und Pflege verantwortlich. „Später sind Zebrafinken hinzugekommen, die aufgrund ihrer geringen Größe und Temperaturanfälligkeit in Innenräumen gehalten werden konnten“, erzählt Andreas Felberg. Schnell stellten sich erste Erfolge ein – der Grundstein für eine beispielhafte und bis heute anhaltende züchterische Arbeit war gelegt. Seit 1974 Vereinsmitglied, wählten ihn die Mitglieder der Vereinigung der Kanarien- und Exotenzüchter Lauchhammer im Jahr 1991 zu ihrem Vorsitzenden. 2002 folgte die Wahl zum Landesvorsitzenden der Vereinigung zur Erhaltung fremdländischer und einheimischer Vögel Berlin-Brandenburg.

Dass Andres Felberg nicht nur mit seinen gefiederten Lieblingen, sondern auch mit Menschen kann, gereicht beiden Verbänden zum Vorteil. „Vereinsarbeit ist heute wichtiger denn je“, betont er. Anders als neugierige Spatzen, die gelegentlich vorbeischauen, fliegt den Vereinen Züchternachwuchs nur selten zu.

„Wir haben aber die Hoffnung noch längst nicht aufgegeben und versuchen unser Bestes, um Kinder und Jugendliche für dieses Hobby zu begeistern und zu gewinnen“, erklärt der Vereinschef die derzeit praktizierte Strategie. So gebe es eine solide Zusammenarbeit mit der Kita „Haus der kleinen Forscher“ und dem Jugendbegegnungszentrum „Arche“ der evangelischen Kirchengemeinde.

Bei Birgit Fiedler (Kita) und Sozialarbeiter Jörg Nicklisch (Arche) finde er immer offene Ohren. Ideen würden entwickelt, die regelmäßig in gemeinsame Aktivitäten münden. Gegenseitige Besuche mit Tierfütterungen, Unterstützung von Projekttagen oder Anleitungen zum Bau von Futterhäuschen führt Andreas Felberg als Beispiele an.

Sein ornithologisches Wissen beschränkt sich nicht auf Exoten wie Sittiche, Kanarienvögel Papageien & Co., sondern erstreckt sich auch auf heimische Vogelarten. Insbesondere haben es ihm die Eulen angetan, von denen der Lauchhammeraner schon rund 20 Jungtiere aufgezogen hat. Neben Schneeeule, Steinkauz, europäischen oder afrikanischen Uhus waren in seinen Anlagen auch schon Fleckenuhus oder Schleiereulen einquartiert. In Tierparks, Zoos oder bei autorisierten Züchtern wie Falkner Dirk von Bargen vom Adler- und Jagdfalkenhof „Zur Calauer Schweiz“ finde er kompetente Ansprechpartner und Abnehmer für Jungtiere.

Zu besonderen Glücksmomenten zählt Andreas Felberg gelegentliche Reisen in Länder wo „seine“ gefiederten Edelsteine zu Hause sind. Malaysia, Südindien, Costa Rica oder Teneriffa wurden schon „angeflogen“, aber auch die Atlantikküste in Schottland, um Papageientaucher zu beobachten. „So etwas live zu erleben, ist nicht mit Dokumentarfilmen zu vergleichen. Ich freue mich schon, wenn es im Herbst mit meiner Frau und  befreundeten Pärchen nach Namibia, Botswana und Simbabwe geht.“, blickt der Globetrotter voraus.

Aber wer kümmert sich während der Abwesenheit um die daheim gebliebenen Tiere? „Unsere Mutter Ilse und Tante Christa. Überhaupt gab und gibt es innerhalb der Familie immer Verständnis fürs Hobby und zupackende Hilfe. Natürlich auch von meinen inzwischen erwachsenen Töchtern Dana und Kristin“, stellt Felberg klar.

Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Vereinsleben der derzeit 18 Mitglieder mit monatlichen Treffen im Bürgerhaus Lauchhammer.  Erfahrungsaustausch, Fachvorträge, gemeinsame Ausflüge, etwa in Zoos oder eine Elbtour nach Königsstein, und sogar Verkehrsteilnehmerschulungen schweißen die Züchtergilde nebst Anhang zusammen. Kein Wunder, sagen sich Kenner, die wissen, dass Andreas beruflich als Schweißfachmann, -aufsicht und -lehrausbilder tätig ist. Er wisse, wie dauerhafte Verbindungen geschaffen werden und ist aus diesem Grund bereits zum Tag des OSL-Ehrenamtes eingeladen worden.

Wie Andreas Felberg gegenüber der RUNDSCHAU erklärt, habe er die Auszeichnung stellvertretend für alle Vereinsmitglieder und Wegbegleiter entgegengenommen. Apropos Wegbegleiter: Einen großen Traum führt er noch immer in seinem Kopf spazieren: „Wenn sich ein oder mehrere Begleiter finden, würde ich eine Reise in die Arktis buchen, um Pinguine in ihren angestammten Revieren live zu erleben.“