„Wir wollen in unserem Haus alle Altersgruppen zusammenbringen. Aber ebenso die Toleranz zwischen Deutschen und anderen Nationalitäten erhöhen“, freuen sich die Vereinsvorsitzende Renate Thiel sowie Tafel-Chef René Laukat am Sonntagmittag über das bunte Menschenbild im Senftenberger Tafelcafé. Man redet miteinander, lauscht später in vereinter Runde dem musikalischen Repertoire des Russischen Chores aus dem Senftenberger Mehrgenerationenhaus.

Kathrin Kretschmer (29) schaut inzwischen sogar fast an jedem zweiten Wochentag im Tafelcafé vorbei. Die allein erziehende Mutter von zwei kleinen Söhnen hat die Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches längst schätzen gelernt. „Früher stand man bei der Senftenberger Tafel nur anonym in der Warteschlange. Jetzt ist alles viel herzlicher“, bestätigt Kathrin Kretschmer.

Im Tafelcafé erhalten die Bedürftigen seit einem Dreivierteljahr auch kostenlos Tee und Schmalzstullen. Das zusätzliche Angebot wird ebenfalls von Sponsoren aus der Region bereitgestellt. „Es war unser Anliegen, die Tafelbesucher nicht länger bei Wind und Wetter draußen stehen zu lassen. Ich habe das fast zehn Jahre selber mitgemacht“, erzählt René Laukat am gestrigen Jahrestag.

Regelmäßig soll es künftig im Senftenberger Mehrgenerationenhaus an einem Sonntag im Monat einen kulturellen Höhepunkt geben. „Bei diesem Projekt unterstützt uns der Senftenberger Schauspieler An dreas Hirschfeld“, informiert FiS-Chefin Renate Thiel. Eine feste, monatliche Größe im neuen Sonntagsprogramm wird auch eine Hilfsaktion per Wunschzettel sein. „Mit dieser Aktion haben wir in der Adventszeit begonnen“, erzählt Renate Thiel.

Mit der Unterstützung vom Sozialkaufhaus der Volkssolidarität Südbrandenburg fand so eine bedürftige Familie unmittelbar vor Weihnachten das erhoffte Kinderbettchen unter dem Tannenbaum. „Unser Verein hat mittlerweile Geldspenden sowie Spielzeug, Bekleidung, Mobiliar und Gegenstände für den täglichen Bedarf erhalten“, berichtet Renate Thiel. Um die Resonanz für die Hilfsaktion im Mehrgenerationenhaus noch zu erhöhen, sollen die benötigten Spenden auch im Internet veröffentlicht werden. „Hier kann sich dann jeder Interessent an unserem virtuellen Wunschbaum informieren“, hofft Renate Thiel auf einen Erfolg dieser Idee.