Eilmeldung

Spree-Neisse : Gesamtschule kommt nach Kolkwitz

| 02:45 Uhr

Ein gewaltiges Ablaufsystem ist in Arbeit

Lauchhammer. Der Bergheider See ist voll. Und der Überlauf in die Seeteichsenke funktioniert.Das hat Frank Sauer, der Projektleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) für den Sanierungsraum Lauchhammer, jetzt erklärt. Kathleen Weser

An der kleinen Restlochkette von Lichterfeld über Lauchhammer bis nach Plessa zur Schwarzen Elster wird auf Hochtouren weitergearbeitet, kündigt er an. Ein etwa 20 Kilometer langes Ableitungssystem wird hier für die dauerhafte Wasserregulierung errichtet. 18 kleinere Bergbaufolgeseen auf 860 Hektar Fläche mit 62 Millionen Kubikmeter Wasser sind zu verbinden.

Gegen die Böschungen der Seen der kleinen Restlochkette drückt das Grundwasser stärker als ursprünglich angenommen. Die Natur erobert die geschundene Landschaft gnadenlos zurück und schließt das Zeitfenster, das den Sanierern noch bleibt. Deshalb wird viel Kraft investiert, um den Wasserstrom aus Richtung des Bergheider Sees mit nunmehr einem Wasserstand von 107,5 Metern über Normalnull (NHN) gefahrlos in die 15 Meter tiefer gelegene Niederung der Schwarzen Elster (92 NHN) zu lenken.

Allein an der Seeteichsenke sind bereits fast 700 000 Kubikmeter Erde angekarrt worden, um das Gelände aufzuhöhen. Denn das Terrain muss auch trittsicher gemacht werden. Und das Grundwasser steht bereits wieder hoch an. Die Arbeiten befinden sich im Finale, bestätigt Frank Sauer. Die Bodenmassen dafür sind teilweise am Kleinleipischer See (Restloch 131/Süd) gewonnen worden. 319 000 Kubikmeter, die allerdings zuerst hier zur Sicherung der Westböschung verbaut wurden. Die Überleiter in den Grünhauser See (Restloch 130) werden nun in Angriff genommen.

Zum Thema:
Die kleine Restlochkette zwischen Bergheider See und Schwarzer Elster stellt die Lausitzer Bergbausanierer vor gewaltige Herausforderungen: Das Gewässersystem soll die Stadt Lauchhammer vor anströmendem Grundwasser schützen, gleichzeitig das Badewasser im Grünewalder Lauch stabil um den neutralen Bereich halten, den westlich verlaufenden Floßgraben und das dahinter liegende Moorgebiet Loben mit saurem Nass versorgen und am Ende noch weitgehend unbelastetes Wasser in die Schwarze Elster ableiten. Das Wasser muss von Bergheide über die Grünhauser Seen (Restlöcher 129 und 130) und den Heidesee (131/Nord) zum Kleinleipischer See (131/Süd) und weiter in den Koynesee (113) geführt werden. Über den Kranichsee und den Koloniesee (Restlochkette Koyne 75/99) geht die Wasserableitung weiter in die Restlochkette um Grünewalde (114/77/76/78/116/111/112) und in die Tongruben Plessa (108/109). Von dort soll das Wasser vom Grünen See (112) über den Floßgraben in die Schwarze Elster geleitet werden. Das Restloch Grünewalder Lauch (116) ist wegen des schlechten Einflusses der anströmenden Massen auf die Wasserqualität bereits vom Zufluss abgekoppelt worden.