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Ein gelungenes Fest mit „unschönen Randerscheinungen“

Tausende Besucher, die es vor allem zu den Abendveranstaltungen zog, dabei kaum Klagen und Zwischenfälle – im Kulturamt der Stadt Senftenberg verbucht man den fünften Peter-und-Paul-Markt in eigener Regie als Erfolg. Von Daniel Preikschat

Für Elke Rößiger vom Kulturamt der Stadt sind es „unschöne Randerscheinungen“ einer ansonsten gelungenen Veranstaltung: Beim Konzert der „Apokalyptischen Reiter“ am Freitagabend in der Realschule gingen am Eingang zahlreiche Bierflaschen kaputt, die Spaßtruppe MTS drückte beim Rangieren mit dem Kleintransporter einen Hydranten um, und einige Senftenberger haben sich beschwert wegen der Lärmkulisse. „Das müssen wir hinnehmen. 99 Prozent der Leute freuen sich über das Fest. Der Rest meckert. So ist das nun mal.“ Das eine Mal im Jahr sollten die Senftenberger den Festlärm hinnehmen können.

Publikumsrenner Hans-Jürgen Beyer
Die genaue Zuschauerzahl kann Elke Rößiger nicht angeben. „Es waren mehrere tausend.“ Logischerweise bei der Hitze am Wochenende liefen die einzelnen Festtage am Nachmittag langsam an, kamen dann aber gut auf Touren. Bis 1, 2 Uhr wurde gefeiert, am Schlosspark-Center sogar bis 2.30 Uhr. Eintritt brauchte niemand zahlen. Nur für das Klezmer-Konzert von „Di grine Kuzine“ wurde um eine Spende in der Kollekte gebeten. In der Kirche blieb kein Platz unbesetzt, so Elke Rößiger. Größter Publikumsrenner ihrer Ansicht nach aber war das Konzert von Hans-Jürgen Beyer am Sonntag - trotz Hitze. Die Oldie-Nacht hätten viele gern in doppelter Ausführung gehabt, nicht nur Freitag, sondern auch am Sonnabend. Doch das, so Elke Rößiger, hätte die Vielfalt im Programm eingeschränkt.

Sicherheitsdienst war Herr der Lage
Gut bewährt habe sich der neue Bühnenschauplatz für die Jugend. Die Realschule liege so, dass sich die Jugendlichen vom Festgeschehen nicht ausgeschlossen fühlen mussten. Andererseits konnten sie dort aber auch „ihr Ding“ machen. Viele seien am Freitagabend noch von der Realschule zum Markt spaziert. Die zerschmissenen Flaschen am Eingang stammten von Jugendlichen, die sich ihr Flaschenbier mitgebracht hatten, es aber nicht mit rein nehmen durften, so Elke Rößiger. Eine Gruppe von etwa 20 Jugendlichen warf dann die Flaschen zu Boden. Der angestellte Wach- und Sicherheitsdienst sei aber schnell Herr der Lage gewesen, wie auf RUNDSCHAU-Nachfrage auch die Polizei bestätigt. Für die Beamten verlief der Peter-und-Paul-Markt recht ruhig. Nur mit dem einen oder anderen Betrunkenen gab es mitunter Ärger (siehe Hintergrund).

Auch nächstes Fest wieder in Eigenregie
Bei der Stadt, so Elke Rößiger, sei man sich einig, den Peter-und-Paul-Markt weiter in Eigenregie zu veranstalten. „Nichts gegen Agenturen. Aber wir merken, dass wir näher an den Leuten dran sind, besser mitbekommen, was sie wollen“ , so Elke Rößiger. 1999 habe die Stadt den ersten Peter-und -Paul-Markt organisiert und gute Erfahrungen gemacht. Was beim nächsten anders sein wird? „Wir haben schon ein paar Ideen, aber die sind noch nicht spruchreif.“

Hintergrund Ärger mit Betrunkenen
 Die Polizei musste Freitagabend vor der Bühne an der Realschule zwei alkoholisierte Personen aus der Menge ziehen, einer musste mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Sonntagfrüh weckte die Polizei einen Festbesucher am Neumarkt, der dort übernachtet hatte. Sonntagmittag wurde ein 57-jähriger Mann in Gewahrsam genommen, weil er sich alkoholisiert ausgezogen hatte.