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Ein fideles Treiben im Frauenbund

Demokratischer Frauenbund – nur ein Name aus dem Geschichtsbuch? Denkste. In Sedlitz funktioniert das gesellige Treiben der holden Weiblichkeit im Frauenbund besser denn je. „Nach der Wende hat sich bei uns nur die Abkürzung geändert“ , schmunzeln Inge Kubasik und Gisela Kürfke. Aus dem alten Namenskürzel „DFD“ auf dem Vereinsstempel ist vor 15 Jahren ein „dfb“ geworden. Von Oliver Sobe

Inge Kubasik als Chefin und Gisela Kürfke als Vize-Vorsitzende schwingen in der fidelen dfb-Ortsgruppe an vorderster Front den Taktstock. Ins alleinige Rampenlicht zieht es die beiden 65-jährigen Frauen freilich nicht. Im Sedlitzer Verein halten immerhin 48 Mitstreiterinnen zur Stange. „In unserem sechsköpfigen Vorstand herrscht eine klare Aufgabentrennung. Ohne das freiwillige Engagement vieler Hände würde wenig laufen“ , verrät Inge Kubasik das „Vereinsgeheimnis“ .
Der Veranstaltungskalender in der Ortsgruppe ist rappelvoll. „Unser Arbeitsjahr beginnt Anfang März traditionell mit der brandenburgischen Frauenwoche“ , berichtet Gisela Kürfke. Seit fünf Jahren ist der dfb-Mitgliedsausweis kein „obligatorisches Muss“ mehr, um an der Frauentagsfete im Bürgerhaus teilnehmen zu können. Vor allem der selbst gebackene Kuchen lockt die Damenwelt in Scharen an. Bis Weihnachten steht dann Monat für Monat eine größere „Schaffe“ auf dem Programm der Vereinsfrauen. Zweimal pro Jahr geht es mit dem Reisebus sogar auf große Tagestour. Eine nicht alltägliche Aufgabe ist den Sedlitzer dfb-Frauen im Jahr 2000 mit der Übernahme der einstigen Gemeindebibliothek in den Schoß gefallen.
„Der Mittwoch ist seither unser Tag“ , erzählt Inge Kubasik. Im Zwei-Wochen-Rhythmus organisiert der Verein im Bürgerhaus öffentliche Lesenachmittage. Einmal im Monat öffnet das Lesecafé. Gisela Kürfke lächelt an dieser Stelle: „Dieser Nachmittag dient zumeist auch zum Austausch der wichtigsten Neuigkeiten im Ort.“ Derzeit unterstützen vier 1,50-Euro-Jobber das ehrenamtliche Geschäft der Sedlitzer Vereinsfrauen. Das Förderprojekt „Frauen- und Familientreff“ im Bürgerhaus - dem früheren Kindergarten - läuft noch bis zum kommenden Juli.
Etwa 200 Mitstreiterinnen gab es einst in Sedlitz in der DFD-Ortsgruppe. „Mit der Wende kam wie allerorts zunächst die große Austrittswelle. Vor zwölf Jahren starteten wir dann richtig durch“ , erinnert sich Inge Kubasik. Ein Wermutstropfen jedoch in den Augen der Vereinschefin: „Wir werden alle nicht jünger.“ Den Altersschnitt in der Ortsgruppe bei 65 Jahren anzusetzen, sei „noch geschmeichelt“ . Frisches Blut ist deshalb bei den fidelen dfb-Frauen von Sedlitz immer willkommen, versichert Inge Kubasik.