Seinem Engagement als erster und bisher einziger Präsident ist es zu verdanken, dass sich der GCC personell und auch künstlerisch stets weiterentwickelt hat. Mit Peter Weiser sprach Peter Schmaler.

Kannst du dich noch an die Anfänge erinnern„
Ich arbeitete damals im Club der Werktätigen, dem Kulturverein in Großräschen. Dieser erhielt 1978 grünes Licht für den Aufbau eines Karnevalvereins. Ich wurde angesprochen und sagte zu. Seitdem bin ich Vorsitzender und Präsident. Schon im Frühjahr 1979 zeigte sich der Verein mit einem Umzug durch Großräschen und dem ersten Auftritt in der Gaststätte Lausitz, unserem Domizil bis zur Wende.

Was verbindest du mit dieser Zeit“
Vor allem die Zusammenarbeit mit dem damaligen Theater der Bergarbeiter in Senftenberg. Nicht nur Büttenreden erhielten wir, auch unsere ersten Kostüme wurden dort geschneidert. Diese finanzierte die Stadt Großräschen. Unterstützung erhielten wir auch durch den Betrieb Mikroelek-tronik, in dem viele Clubmitglieder beschäftigt waren.
Unsere erste Veranstaltung war noch von Büttenreden, Musik vom Band und Spielen geprägt. Bei der 2. Session boten wir schon karnevalistische Tupfer, wie die Funkengarde oder die Straßenmusikanten. Zu den närrischen Urgesteinen, die noch heute dabei sind, zählen Helmut Heinze, Helmut Schwarz, Hans Tonder und Klaus Trecziak.

Welche Ziele verfolgte der GCC in den Folgejahren„
Uns ging es immer darum, die Qualität der Veranstaltungen zu verbessern. Dass uns das doch gelungen sein muss, beweist die Tatsache, dass wir nach sieben Jahren den Kreis Senftenberg bei den Tagen der Volkskunst im Palast der Republik in Berlin vertreten durften. Die Mitgliederzahl wuchs von 20 auf 100.

Zwangsläufig musste der Verein immer wieder umziehen.
Die Gaststätte Lausitz stand uns nach der Wendezeit nicht mehr zur Verfügung. Abgesehen von drei oder vier Sessionen im Kurmärker, darunter auch die Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen, waren wir stets auf Reisen. Zuerst in Freienhufen und dann in Wormlage. Aber mit der neuen Session werden sich wohl diese Probleme erledigt haben. Denn dann wird uns das Volkshaus, oder wie es künftig auch heißen mag, zur Verfügung stehen. Gut ist, dass die Stadt unsere Arbeit anerkennt und unterstützt. So sagte der Bürgermeister, dass der GCC zu einer festen kulturellen Institution geworden ist.

Wie lange wirst du dem Club noch als Präsident zur Verfügung stehen“
Mit dem 65. Lebensjahr möchte ich mich von dieser Funktion trennen. Dem Verein stehe ich aber nach wie vor zur Verfügung. Mögen die Jüngeren diese Herausforderung annehmen. Ich möchte nicht unbedingt sagen, dass meine Ehe unter dieser „Zweitehe“ gelitten hat, aber meine Frau hat viele Entbehrungen hinnehmen müssen. Zum anderen kann ich wohl mit dem Gefühl zurücktreten, doch einiges auf den Weg gebracht zu haben. Heute tanzen in unserem Verein drei Funkengarden, wir haben eine Showtanzgruppe, ein Männerballett, die Karnevalsmusikanten und die Spaßvögel.
Diese Leistung ist auch gewürdigt worden. Zum „20.“ wurde ich mit dem Silberorden des Bundes Deutscher Karneval aus Köln ausgezeichnet, und bei unserer diesjährigen Festveranstaltung erhielt ich die gleiche Auszeichnung in Gold. Stolz bin ich auch auf die Auszeichnung des KCA aus Annahütte. Von dem Verein wurde ich zum Ehrenritter geschlagen und mit dem „Goldenen Flieߓ geehrt.